Auszeichnung

Bienen schützen und darüber reden

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Elisabeth Ammer
am Dienstag, 14.12.2021 - 10:46

Erstmals in Bayern: Das Blühpatenprojekt von Franz Lehner aus Bergstorf erhält den beebetter-Award.

Bergstorf/Lks. Straubing-Bogen In Bayern ist der beebetter-Award bisher eher unbekannt, doch auf Bundesebene ist der Preis, der von der Verlagsgruppe Burda und dem Umweltschutzverband WWF ins Leben gerufen wurde, durchaus angesehen. Preisträger Franz Lehner aus Bergstorf im Kreis Straubing-Bogen wurde von einer seiner Blühpatinnen darauf aufmerksam gemacht.

Die Preisverleihung fand jetzt in Baden-Baden unter der Schirmherrschaft von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner statt. Für den Award gingen 160 Bewerbungen in fünf Kategorien ein, wie Franz Lehner erzählte, sodass die Konkurrenz recht groß war. Der beebetter-Award wird von vielen Prominenten unterstützt und ist auch mit einem Preisgeld dotiert. Nicht nur, weil das Preisgeld zweckgebunden ist, sondern aus eigener Überzeugung investiert es der innovative Landwirt in ein weiterführendes Blühprojekt.

Das macht einen schon stolz

Bisher sei der Preis noch nie nach Bayern gegangen, dies mache ihn schon ein wenig stolz, bekennt Lehner: „Es tut auch gut, wenn man aus berufenem Mund hört, wie gut das eigene Projekt ist“, sagt er. Der beebetter-Award habe sich in erster Linie den Schutz der Wildbienen auf die Fahnen geschrieben und dies sei nach Expertenmeinung mit seinem Blühpatenprojekt besonders gelungen. „Es zeigen sich schon viele geschützte Wildbienen auf der ausgezeichneten Fläche“, macht Franz Lehner deutlich. Im Totholzhaufen habe sich sogar eine Hornissenkolonie niedergelassen. „Es ist schön zu sehen, wie sich alles entwickelt, außerdem habe ich mir dabei selbst viel Wissen angeeignet“, meint der engagierte Landwirt.

Sein mehrjähriges Blühpatenprojekt ist auch auf Information ausgerichtet. Die Blühpaten erhalten für ihren Obolus 12 oder 13 Rundbriefe im Jahr, mit vielen Informationen über das, was sich gerade auf der Fläche tut, aber auch mit allgemeinen Informationen über die Landwirtschaft. Welche Maßnahmen stehen an, was wird warum gemacht und vieles mehr. Franz Lehner sieht sich auch als Botschafter für die Landwirtschaft und für einen bewussteren Umgang mit Lebensmittel. Denn, so der Preisträger nachdrücklich, es sind Blühflächen und Lebensmittelproduktion gleichermaßen wichtig und notwendig.

Ein weiteres Blühpatenprojekt umsetzen

Mit dem Preisgeld kann der engagiere Landwirt ein weiteres Blühflächenprojekt umsetzen, auf 6 Hektar wird es künftig in den Laberauen blühen und brummen.

Franz Lehner findet, dass die Entwicklung eine interessante Wendung nimmt, denn sein Blühpatenprojekt beruht ja auf dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Er wollte sehen, ob der Schutz von Arten und Natur nur Lippenbekenntnisse sind, oder ob es wirklich Menschen gibt, die dafür bezahlen.

Franz Lehner betont, dass er, wie die Mehrzahl der Landwirte, offen für den Natur- und Artenschutz ist, dass es aber Umweltschutz durch die Landwirtschaft nicht immer zum Nulltarif gegen kann.