Unfall

Biber am Werk: Mähdrescher droht in See zu kippen

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Externer Autor
am Donnerstag, 06.08.2020 - 10:05

Die ehemaligen Baggerseen in der Gretlmühle bei Landshut sind nicht nur ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Landshuter, sondern auch ein idealer Lebensraum für die in den 1960er-Jahren wieder eingesetzten Biber.

Seitdem die Biber auch den Isarraum besiedelt haben, treten alljährlich Schäden in den an den Gewässern angrenzenden landwirtschaftlichen Kulturen auf.

Während die Fraßschäden die Erträge der Landwirte beeinträchtigen, gehen Auswirkungen von Gang-und Höhlenbaumaßnahmen in den Acker-und Wiesenflächen in ganz anderen Dimensionen.

Vorderrad bricht in Biberhöhle ein

Dies erlebte ein Landwirt aus dem Raum Landshut in den letzten Tagen sehr dramatisch. Obwohl im Gerstenbestand keine Bibertätigkeit zu erkennen war, sackte der Mähdrescher bei der ersten Umfahrt zum Feldrand in Richtung Baggersee weg. Schlagartig, ohne Vorwarnung, brach die Maschine mit dem rechten Vorderrad in eine Biberhöhle ein. Nur das breite Schneidwerk verhinderte, dass der Mähdrescher weiter absackte und in den Baggersee kippte. Hätte die Verbindung zwischen Schneidwert und Mähdrescher nicht standgehalten, wäre die Maschine tiefer eingesackt und unweigerlich Richtung Baggersee umgekippt.

Neben dem Schrecken, der dem Landwirt immer noch in den Gliedern sitzt, hat er auch einen erheblichen Maschinenschaden am Mähdrescher erlitten. Die Maschine war nicht mehr einsatzfähig und die Fläche musste mit einer anderen Maschine abgeerntet werden.

Leider kein Einzelfall

„Leider kein Einzelfall“, weiß Alois Schweiger vom Bayerischen Bauernverband, Geschäftsstelle Landshut. Immer wieder seien an gewässernahen Flächen schwere Maschinenschäden durch einbrechende Bibergänge und -bauten in den landwirtschaftlichen Nutzflächen zu verzeichnen.

„Es gibt zwar in Bayern einen sogenannten Biberfonds, in dem den Landwirten solche Maschinenschäden und auch die Ernteverluste durch Fraßschäden in den Kulturen ausgeglichen werden. Dieser Fonds ist aber unzureichend finanziell ausgestattet, sehr bürokratisch abzurufen und oft wird der Schaden nur zu einem geringen Anteil ersetzt“, kritisiert Schweiger. Der BBV fordere daher für die Landwirte eine unbürokratische und vor allem kostendeckende Schadensregulierung im Falle derartiger Schäden mit Erntemaschinen.