Artenschutz

Biber sorgen weiter für Ärger

Population
Lorenz Märtl
am Montag, 08.06.2020 - 10:33

Trotz Bibermanagement, Artenschutzrechtlicher Ausnahmen und Biberschadensfonds: die Probleme mit den Nagern sorgen im Landkreises Neumarkt nach wie vor für Ärger und Unmut bei betroffenen Landwirten.

Neumarkt - Dies wurde kürzlich bei einem vom BBV-Kreisverband Neumarkt initiierten Ortstermin auf einer durch die Aktivitäten der Biber am oberen Rand des Deusmauerer Moors total durchfeuchteten Wiese bei Dietkirchen deutlich. Für BBV-Kreisobmann Michael Gruber ist der Biber schon längst keine bedrohte Art mehr.

Hoher bürokratischer Aufwand erforderlich

Seiner Ansicht nach wird der Bestand in Bayern zu wenig reguliert und trotz der genehmigten Entnahmen steige die Population weiter. Deswegen bekräftigte er unmissverständlich die Position des BBV, die bereits bestehenden Möglichkeiten der Regulierung besser zu nützen und entstandene Schäden am Eigentum der Bauern komplett auszugleichen. Kritik übte er in diesem Zusammenhang an der Unteren Naturschutzbehörde, die einer Biberentnahme „nur bei erheblichen Schäden“ zustimmt und diesen Begriff auch noch sehr eng auslegt.

Statistisch gesehen sind die Schäden rückläufig, aber der Schein trügt. Grund dafür ist der nur anteilig bezahlte Ausgleich und vor allem der enorme bürokratische Aufwand, der viele Betroffene davon abhält, Meldung zu erstatten. Für Kreisobmann Gruber gibt es nur eine vernünftige Lösung: „Wenn der Biber auch in Zukunft gesellschaftlich akzeptiert werden soll, dann muss er in den Bereichen bleiben, in denen er nicht stört.“

Schäden unbedingt melden

Biber-Problematik_gk

Martin Federhofer, der sich in der BBV-Kreisvorstandschaft intensiv mit der Biberthematik befasst, verweist darauf, dass es im Landkreis Neumarkt zwischenzeitlich rund 200 Biberstandorte mit über 900 Bibern gibt. Auch er fordert, dass die Behörden ihre Möglichkeiten und Kompetenzen besser ausschöpfen. Andererseits sollten aber auch die Landwirte jeden noch so kleinen Schaden melden, um die Forderungen zu unterstützen. „Nehmt nicht alles so einfach hin“, appellierte er an seine Berufskollegen und ergänzte: „Seid streitbar, die Naturschützer sind es auch und das auf unserem Eigentum.“

Das Bibermanagement zeige zwar kleine Erfolge, aber die würden nicht ausreichen um den Problemen Herr zu werden. „Wenn es richtig greifen soll, dann muss zügiger und unbürokratischer gehandelt und vor allem darauf gedrängt werden, dass der Biber aus den Bereichen, in denen er für Probleme sorgt, verschwindet.“
BBV-Kreisobmann Gruber zeigte sich überzeugt, dass den Landwirten schon viel geholfen wäre, wenn das Bibermanagement entsprechend dem Wortlaut umgesetzt würde. Der Biber allein dürfe nicht mehr über allem anderen stehen, sondern müsse an die landeskulturellen Verhältnisse angepasst werden.