Jubuläum

Bezirksbäuerin: Ein Leben für die Mitmenschen

Gerd Kreibich Portrait
Gerd Kreibich
am Donnerstag, 28.05.2020 - 08:42

Ehrenbezirksbäuerin Annemarie Hecker feiert ihren 80. Geburtstag.

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Sie ist eine der prägenden Frauengestalten der niederbayerischen Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten: Annemarie Hecker, ehemalige Bezirksbäuerin, heutige Ehrenbezirksbäuerin und langjährige Landtagsabgeordnete, feierte am 25. Mai ihren 80. Geburtstag – wobei freilich festzuhalten ist: Eine richtige Feier konnte es nicht geben, die hat das Coronavirus mit allen Beschränkungen nicht zugelassen. „Dann feiern wir eben nächstes Jahr meinen 81. Geburtstag, da lade ich dann gerne alle ein, die mich mögen“, sagt Annemarie Hecker im Gespräch mit dem Landwirtschaftlichen Wochenblatt, dem sie, wie sie betont, ein Leben lang schon verbunden ist: „Ich freu mich jeden Freitag auf den Weg zum Briefkasten, denn auch, wenn man nicht mehr aktiv an der Front von Politik und Verbandsarbeit ist, muss man doch wissen, was los ist im Agrarbereich und worauf es ankommt in der Landwirtschaft.“

„G’wachs“ aus dem Passauer Land

Eigentlich ist Annemarie Hecker ein „G’wachs“ aus dem Passauer Land. Doch 1963 hat sie nach Salkstorf geheiratet, es war die richtige Entscheidung, wie sie heute noch sagt: Ihren Mann Hans hat sie vor fünf Jahren verloren, sie hat ihn, als er im Alter schwer krank wurde, gepflegt mit ganzer Kraft und Liebe, so wie die beiden immer zusammengehalten haben und wie es bei Familie Hecker heute noch gelebt wird. Sieben Kinder hatten sie, aus allen ist etwas geworden, darauf ist Hecker stolz und sie ist glücklich, dass ein Sohn und ein Enkel „Landwirte mit Leib und Seele“ sind.

Annemarie Hecker wurde Ortsbäuerin, dann Markträtin in Arnstorf. Schnell entdeckten auch andere Politiker, dass diese Frau etwas „auf dem Kasten“ hat, dass sie hohes Ansehen und Vertrauen genoss – 1985 kam der Vorschlag für eine Landtagskandidatur und dann passierte etwas, das bundesweit für Medienberichte sorgte: Annemarie Hecker, die ein Wahlplakat drucken ließ, das sie im Arbeitsgwand bei der Stallarbeit zeigte, entwickelte sich zum Stimmenmagneten, vier Wahlperioden lang war sie die Stimmenkönigin der CSU in Niederbayern, bis sie 2003 selbst entschied, aufzuhören, denn: „Man soll immer aufhören, wenn die Leut’ diesen Schritt noch bedauern“, schmunzelt sie.

Einsatz für die Gesellschaft

Doch der Rückzug aus der Politik und aus der aktiven BBV-Verbandsarbeit beendete nicht den Einsatz für die Gesellschaft: Viele Menschen wenden sich noch heute in Notlagen an sie und noch immer versucht Hecker zu helfen, meist gelingt es ihr. Ein offenes Ohr findet man immer bei ihr. Und sie hat große Projekte auf den Weg gebracht: Der damals neue Beruf der „Fachhauswirtschafterin für ältere Menschen“ war ihre Idee, die sie mit viel Engagement umgesetzt hat. Themen wie „Demenz“ und „Pflege“ waren und sind bei ihr in besten Händen, immer noch organsiert sie Veranstaltungen, bei denen wichtige Informationen vermittelt werden und sie ist immer noch eine Stimme der Menschen, die mit ihren Problemen sonst nicht gehört werden.

Dass die „Heckerin“, wie sie heute noch sehr gerne und durchaus respektvoll genannt wird, eine Frau ist, die das Herz am rechten Fleck hat und die mit beiden Beinen auf dem Boden steht, darüber besteht Einigkeit in Niederbayern beim Bauernverband und in der Politik – in beiden Bereichen ging es ihr immer um die Sache und vor allem um die Menschen, die Hilfe brauchen.
Jeder, der sie kennt, wünscht ihr also Glück und vor allem Gesundheit und jeder wird ihrer Einladung zum 81. Geburtstag gerne folgen – schon wegen ihrer legendär guten Kiachln. Alles Gute, liebe Annemarie!