Lernen

Bereit für die „Schule des Lebens“

Bäuerinnen
Gerd Kreibich Portrait
Gerd Kreibich
am Mittwoch, 12.02.2020 - 07:43

Rottaler Landfrauen wollen Alltagskompetenz vermitteln.

Staudach/Lks. Rottal-Inn - Seit Jahren setzen sich die Landfrauen beherzt für ein eigenes Schulfach „Alltagskompetenz“ ein. Dass jetzt zumindest die Entscheidung für Projektwochen im Lehrplan gefallen ist, sei ein „wichtiger und richtiger Schritt“, so die Kreisbäuerin Paula Hochholzer. Mit dem Konzept „Schule fürs Leben“ würden vor allem die Schüler gewinnen, denn sie lernen zukünftig noch mehr für ihren Alltag, betonte Hochholzer und fand dabei auch die Zustimmung von Kreisobmann Hermann Etzel: „Junge Menschen wollen doch wissen, wofür sie bestimmte Inhalte lernen, was diese ihnen bringen. Themen, die einen Bezug zum eigenen Leben haben und durch Profis in ihrem Fach praxisnah vermittelt werden, geben Inhalten eine andere Bedeutung.“

Das Kabinett hat das Konzept „Schule fürs Leben“ beschlossen, unter dem die Themen der Alltagskompetenz und Lebensökonomie ab dem Schuljahr 2020/2021 verpflichtend vermittelt werden sollen. Das Konzept umfasst die fünf Handlungsfelder der verpflichtenden Unterrichtsinhalte Ernährung, Gesundheit, Haushaltsführung, selbstbestimmtes Verbraucherverhalten und Umweltverhalten, führt diese in einem eigenen Lehrplan zusammen und baut sie weiter aus.

Der Umfang beträgt mindestens eine fünftägige Projektwoche an den Grundschulen (Klasse 1 bis 4) und an den weiterführenden Schulen (Klasse 5 bis 9). „Dies ist ein wichtiger Meilenstein, mit dem wir Erfahrungen sammeln können. Für die Landfrauen ist das Konzept ausbaufähig. Eine Aufstockung auf den Umfang eines Schulfachs von 35 Stunden in jedem Schuljahr ist jederzeit möglich“, verdeutlichte Paula Hochholzer.

Und für die Landfrauen im Kreis Rottal-Inn steht auch schon fest, dass sie sich in diesen Bereichen auch einbringen wollen. Möglich ist dies, weil bei „Schule fürs Leben“ die Lehrkräfte mit qualifizierten externen Experten gemeinsam die Unterrichtsgestaltung übernehmen.

„Dies ist eine Chance, fachliche Inhalte durch praktische Erfahrungen zu ergänzen. Damit dies gut gelingt, braucht es geprüfte Handreichungen für Lehrkräfte, aber auch Fachexperten aus dem land- und hauswirtschaftlichen Bereich, die bereit sind, gegen eine entsprechende Honorierung ihr Know-how mit jungen Menschen zu teilen – in der Schule und auf unseren Höfen“, so Monika Haderer, Bäuerin und Ernährungsfachfrau, die schon seit Jahren, ebenso wie andere Bäuerinnen, in Klassenzimmern unterwegs ist, um den Kindern bewusste Ernährung näherzubringen.

„Zum Glück“, so die Landfrauen, müsse man nicht „bei null anfangen“, im Gegenteil:  „Wir Landfrauen können aus den vergangenen Jahren auf gute Projekterfahrungen aufbauen“, so Paula Hochholzer.

Jetzt will man deshalb auch schnellstmöglich an die Schulen herantreten mit konkreten Angeboten, was die Landfrauen beitragen könnten zum neuen Unterricht ab dem nächsten Schuljahr – und nicht nur die Bäuerinnen sollen mit dabei sein, denn: „Auch ein Landwirt kann viel Interessantes vermitteln, was auch Schüler spannend finden“, so Paula Hochholzer, die dafür auch die uneingeschränkte Zustimmung von Kreisobmann Hermann Etzel erhielt.