Saisonauftakt

Beim Kunden zählt die gute Qualität

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Rudolf Hirsch
am Dienstag, 06.07.2021 - 12:32

Die Oberpfälzer Kartoffelbauern punkten mit Regionalität. Dumpingangebote in den Supermärkten machen jedoch zu schaffen.

Schwandorf „Flavia“ und „Glorietta“ gedeihen gut, obwohl es ihnen im Frühjahr viel zu kalt war. Landwirt Hans Kiener rechnet mit „durchschnittlichen Erträgen“. Mit der Ernte der Frühkartoffeln ist er heuer allerdings etwas spät dran.

Familie Kiener aus Schwandorf-Richt baut seit 150 Jahren Kartoffeln an, mittlerweile also in der fünften Generation. Senior Michael Kiener hat den Betrieb vor einem Jahr an Sohn Hans und Schwiegertochter Anita übergeben. Sie betreiben klassischen Ackerbau mit einem Kartoffelanteil von sieben Hektar.

35 Kunden am Tag setzenauf regionale Qualität

„Der leichte und sandige Boden im Naabtal eignet sich gut für den Kartoffelanbau“, versicherte Hans Kiener den Teilnehmern an der „Kartoffelsaisoneröffnung“, die in der Oberpfalz in diesem Jahr im Landkreis Schwandorf stattfand. Bei längerer Trockenheit setzt er seine Beregnungsanlagen ein. Den größten Teil der Ernte vermarktet der Betrieb direkt am Hof in Richt. „Zu uns kommen im Schnitt 35 Kunden am Tag“, erklärt Senior Michael Kiener.

Genauso wichtig wie die Einnahmen sei ihm „die Zufriedenheit der Verbraucher“. Die Kartoffeln sind in Mengen zwischen 2,5 und 25 Kilogramm abgepackt und streng getrennt: In „vorwiegend festkochende“ Sorten für die Knödel, in „festkochende“ für den Salat und in „mehlige“ Varianten, die sich unter anderem für den Kartoffelbrei eignen.

Futterkartoffeln spielen schon keine Rolle mehr

Die Fläche für den Kartoffelanbau hat sich im Landkreis Schwandorf bei 1000 ha eingependelt. „Das ist das zweitgrößte Kartoffelanbaugebiet in der Oberpfalz“, stellte der Leiter des Landwirtschaftsamtes, Georg Mayer, mit Blick auf die Statistik fest. Und das, obwohl sich die Anbaufläche im Landkreis in den letzten 20 Jahren halbiert habe. Die Futterkartoffel spiele keine Rolle mehr. „Beim Kunden zählt nur noch hohe Qualität“, betonte der Behördenleiter. So wie bei der Familie Kiener mit ihren Sorten „Flavia“ und „Glorietta“.

Dumpingangebote machen zu schaffen

„Weil wir in der Region zwei Großabnehmer haben, kann sich die Kartoffel im Landkreis weiter behaupten“, stellt BBV-Kreisobmann Josef Irlbacher fest. Er verurteilt die Dumpingangebote in den Supermärkten und hält die höheren Preise“ im Hofladen der Familie Kiener für angemessen. Qualität habe eben ihren Preis.