Gespräch

BBV Dingolfing-Landau diskutiert mit Politikern

Dingolfing-Landau
Bayerischer Bauernverband
am Freitag, 07.02.2020 - 06:16

Moorvernässung, Nitratmessnetz und Düngeverordnung treibt die Bauern um.

Dingolfing/Landau - Der Dingolfinger BBV-Kreisobmann Friedhelm Dickow hatte zum traditionellen Politikergespräch geladen. Er konnte hierzu u.a. MdB Max Straubinger, MdL Petra Loibl, den stellvertretenden Landrat Werner Bumeder, Kreisbäuerin Irene Waas, seine Stellvertreter Alfons Jänsch und Stefan Rothlehner und die gesamte Vorstandschaft begrüßen.

Zu Beginn wurde intensiv über die Absicht des Landkreises, das Königsauer Moos zu vernässen, gesprochen. Kritisiert wurde von Seiten der Landwirte besonders der Informationsfluss von Seiten des Landkreises hinsichtlich der damit in Zusammenhang stehenden Fragen, beispielsweise welche Bereiche des Mooses vernässt werden sollen und wie die Vernässung praktisch durchgeführt werden soll, ohne die landwirtschaftliche Nutzung in angrenzenden Gebieten zu gefährden.

Stellvertretender Landrat Werner Bumeder erläuterte, dass bisher nur von Seiten des Landkreises eine Absichtserklärung zur Vernässung beschlossen wurde, da das Königsauer Moos eine ökologisch wichtige Fläche des Landkreises darstelle. Dabei stellte er klar, dass mit den Eigentümern noch ausgiebig gesprochen werde.

Straubinger sichert Unterstützung zu

Das derzeit wichtigste Thema ist die anstehende Verschärfung der Düngeverordnung. Hierbei ging es insbesondere um das Nitratmessstellennetz in Deutschland, das grundlegend anders ausgelegt ist, wie es in den anderen europäischen Ländern der Fall ist. In wieweit von der jetzt angedachten und der gemeldeten Verschärfung noch Änderungen möglich sind, blieb offen.

MdB Max Straubinger, der auf ein EU-Schreiben hinwies, das bemängelt, dass in Deutschland zu wenig Messstellen und zu wenig rote Gebiete ausgewiesen seien, sicherte seine Unterstützung zu, sich für eine fachlich korrekte Nitratmessung einzusetzen, das die deutschen Landwirte Messsystem nicht benachteilige und das Thema auch in seiner Funktion als Mitglied des Agrarausschusses des Deutschen Bundestages mit Nachdruck zu verfolgen.

Ebenso zeigten die Landwirte die ausufernde Bürokratie bezüglich Nährstoffvergleich, Nährstoffbedarf und Stoffstrombilanz auf. Letztlich wolle man doch die Bodenfruchtbarkeit erhalten und nicht Humus abbauen.

Diskussion um Gewässerrandstreifen

Das seit 1. August 2019 in Kraft getretene Begleitgesetz aus dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ wurde besonders wegen der Problematik „Gewässerrandstreifen“ diskutiert. Ministerpräsident Dr. Markus Söder MdL hatte im Dezember 2019 die Position des Umweltministeriums, dass auch Ränder trockener Gräben als Gewässerrand betrachtet hatte, weil sich darin etwa nach Regenfällen ebenfalls Wasser bilden könne, korrigiert und entsprechende Kartierungen zurückgenommen.

Die Landwirte befürchten jedoch, dass überarbeitete Kartierungen ebenso fehlerbehaftet seien, aber aufgrund der Rechtslage Gewässerrandstreifen anzulegen seien. Dr. Petra Loibl konnte aus dem Bayerischen Landtag berichten, dass man sich dieses Themas bewusst sei und über eine sachgerechte Lösung ausgiebig diskutiere.

Weiteres Thema waren Forderungen, in den Schulen mehr Wissen über bäuerliches Arbeiten und Alltagsfertigkeiten zu vermitteln. Ein eigenes Schulfach sei nicht durch- und umsetzbar, Ministerpräsident Söder habe aber im Dezember 2019 zugesagt, das Wissen zumindest je eine Woche im Grundschulbereich und in den weiterführenden Schulen zu vermitteln, so MdL Petra Loibl.