Bilanz

BayWa Niederbayern hatte Schlimmeres erwartet

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BLW
am Dienstag, 20.04.2021 - 07:07

BayWa Niederbayern zieht trotz Corona eine positive Bilanz für das Jahr 2020

Landshut Die Landwirte sind äußerst investitionsfreudig, was neue Technologien betrifft. Der Bereich Düngemittel nimmt aber im Zuge der zunehmenden Ökologisierung der Landwirtschaft ab und muss durch andere Geschäftsfelder aufgefangen werden. Dieses Fazit zogen die Verantwortlichen der BayWa Niederbayern bei einem Online-Pressegespräch. Die BayWa konnte laut Sprecherin Antje Krieger trotz Coronakrise im Jahr 2020 ein positives Ergebnis erzielen und den Umsatz von 2019 (516 Millionen) noch einmal leicht auf 518 Millionen Euro steigern. Besonders die Bereiche Technik und Baustoffe legen zu.

Coronapandemie konnte bisher bewältigt werden

Damit liegt Niederbayern im bayernweiten BayWa-Trend. Investiert wurden rund 5,6 Millionen Euro. In diesem Jahr entsteht am Standort Waldkirchen eine neue Lager-Überdachung.

Im Lockdown teilweise geschlossene Bau- und Gartenfachmärkte der BayWa haben dagegen die Bilanz nicht verhagelt, so die Verantwortlichen auf Nachfrage. „Wir konnten die Schließungen durch unser Online-Angebot und durch Click & Collect auffangen“, sagt Georg Bichle, Spartenbereichsleiter Baustoffe. Zusätzlichen Schwung brachte ihm zufolge der derzeitige Trend von Haus- und Gartenbesitzern, zu renovieren und den Garten auf Vordermann zu bringen. Da die Menschen nicht wegfahren können, sei dies gerade sehr populär.

Agrar-Umsatz ist 2020 leicht zurückgegangen

Im Agrarbereich hat der Umsatz 2020 mit 102 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr (104 Millionen Euro) leicht abgenommen. Meinrad Wimmer, Leiter Bereich Agrar, ist damit sehr zufrieden. „Wir hatten im vergangenen Jahr eine hervorragende Getreide- und Maisernte“, blickt er zurück und beziffert die erfasste Getreidemenge mit 460 000 Tonnen. Im Vorjahr betrug die Menge lediglich 360 000 Tonnen. Das Betriebsmittelgeschäft ging leicht zurück. „Das lag zum einen an der Witterung. Zum anderen machen sich der Trend zu mehr Öko-Landbau und verschärfte gesetzliche Regularien bemerkbar“, sagt Wimmer. Dieser Rückgang beim Verkauf der Pflanzenschutzmittel werde sich fortsetzen, sagt der Spartengeschäftsführer auf Nachfrage. „Dieser Rückgang wird nicht komplett durch andere Sparten aufgefangen werden“, glaubt er. „Wir setzen aber stattdessen auf digitale Angebote.“ Diese sehen so aus, dass die Düngebedarfsermittlung und -dokumentation digital erfolgt.

Landwirte investieren in mehr technische Effizienz

Als Innovation stellte Wimmer die Plattform combayn.de vor. Hier können Landwirte ihre Blühflächen online präsentieren, und Verbraucher können Paten für diese Blühflächen werden. „Das geht schon für kleines Geld, schon mit einem Euro kann man sich zwei Quadratmeter sichern“, so der Leiter Agrar.
Die BayWa-Technik steigerte den Umsatz deutlich von 99 auf 119 Millionen Euro, wie Spartengeschäftsführer Heribert Schulte informierte. Landwirte investieren ihm zufolge in hocheffiziente Maschinen und Geräte. „Besonders ressourcenschonende Bewirtschaftung spielt eine immer größere Rolle. Wir erleben auch eine Renaissance von Hacke und Striegel zur Unkrautbekämpfung.“ Digital Farming ist ein großes Thema: Technik wie GPS und Robotik sind auch in der Landtechnik sehr gefragt. Eine Innovation, die gut ankommt, ist auch die satellitengestützte Bewässerung, die in Zeiten des Klimawandels ein effizientes Wassermanagement auf den Feldern ermöglicht.
Der Umsatz im Energiebereich ging in Niederbayern zurück auf 128 Millionen Euro (160 Millionen Euro). Dies ist ein rein preisbedingter Rückgang, sagt Michael Spötzl, Regionalleiter Energie. Im Bereich Pellets gebe es eine Steigerung von sieben Prozent. Die BayWa befasse sich technologieoffen mit CO2-optimierter Mobilität und habe das Angebot zur Elektromobilität noch einmal deutlich erweitert, unterstrich der Regionalleiter in seinem Statement.
Im Baustoffbereich stieg der Umsatz deutlich auf 169 Millionen Euro (im Vorjahr 153 Millionen Euro). Hauptgründe sind einerseits die hohe Nachfrage des Bauhandwerks über das gesamte Produktportfolio, andererseits die Renovierungsfreudigkeit der Hausbesitzer, nennt Georg Bichle, Spartengeschäftsführer Baustoffe, die Gründe. Dies sei auch im Bereich Garten- und Landschaftsbau zu beobachten, der derzeit besonders gefragt sei. Melanie-Bäumel-Schachtner