Resolution

Bayerischer Wald: Ärger in München abladen?

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Gerd Kreibich
am Montag, 16.09.2019 - 15:58

Engerlinge, Käfer, Ausgleichszahlungen: Bayerwald-Landwirte fordern Hilfe.

Es brodelt in der Landwirtschaft in den Landkreisen Freyung-Grafenau, Regen und Passau: Man ist nicht zufrieden damit, wie von der Staatsregierung mit den aktuellen und drängenden Problemen der landwirtschaftlichen Betriebe umgegangen wird. Anlass für den Ärger ist eine Resolution, die sich mit derzeit besonders drängenden Frage befasste und zu der es bislang aus Sicht von BBV-Vertretern nur nichtssagende Antworten und keine konkreten Hilfe gab.
Die massiven Nachteile nach der Neuordnung der Ausgeichszahlungen, der Borkenkäfer und ganz aktuell auch die Folgen der Engerlingplage: „Derzeit haben wir tatsächlich an einigen harten Fronten zu kämpfen“, so Siegfried Jäger, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes im Kreis Freyung-Grafenau. Deshalb hatten führende Vertreter der Landwirtschaft aus der Region die Chance genutzt, auf Vermittlung des Landtagsabgeordneten Max Gibis im Juli an Ministerpräsident Markus Söder eine Resolution zu überreichen. Darin hatten sie die Probleme aufgezählt und darum gebeten, mögliche Hilfen durch die Staatsregierung zu prüfen.
„Dann ist aber gar nichts passiert, wir haben nichts mehr gehört“, ärgert sich Jäger im Gespräch mit dem Wochenblatt. Also habe man „nachgefasst“, der Ministerpräsident erhielt einen Brief von den drei Kreisobmännern Roland Graf (Regen), Siegfried Jäger (Freyung-Grafenau) und Hans Koller (Passau). Sie wiesen noch einmal sachlich, aber doch energisch auf die Probleme hin und zeigten dabei auch auf, dass die Engerlingplage die Futterversorgung massiv gefährde, es sei schnelle Hilfe notwendig. „Es wäre schon sehr hilfreich, wenn die Regeln für den Grünlandumbruch in den befallenen Gebieten gelockert werden könnten“, heißt es in dem Schreiben der Obmänner, die auch von den Existenzängsten auf den Betrieben berichten.
Zwei Wochen nach diesem Schreiben und nach sechs Wochen Warten insgesamt kam dann die Antwort aus der Staatskanzlei. Doch befriedigen konnte die Post aus München nicht: Man habe, so hieß es im Brief, die Anliegen an das Landwirtschaftsministerium weitergeleitet, denn: „Die von Ihnen dargestellten Punkte bedürfen einer vertieften fachlichen Prüfung.“ Man bitte daher um Geduld.
„Wir haben aber keine Geduld mehr, das können wir uns gar nicht leisten“, bringt Jäger die Meinung der betroffenen Landwirte auf den Punkt. Man fühle sich vielmehr von der Politik regelrecht im Stich gelassen.

Ob die Bäuerinnen und Bauern in der Region weitere Wochen warten wollen, daran hat der Kreisobmann so seine Zweifel: „Mittlerweile sind wir so weit, dass wir uns durchaus eine Demonstration vor dem Ministerium oder vor der Staatskanzlei vorstellen können. Wenn wir keine zügige Hilfe bekommen, dann bleibt uns nichts anderes, als unseren Ärger nach München zu bringen, vielleicht hilft das weiter.“