Protest

Bauerndemo in Regensburg

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Markus Bauer
am Donnerstag, 12.03.2020 - 09:13

Rund 1000 Schlepper und 2000 Bauern nahmen an der Großdemo zum Thema „Fünf vor zwölf für heimisches Essen“ vor der Regensburger Donauarena teil.

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Regensburg - Sie kamen aus nahezu allen bayerischen Regierungsbezirken, um ihren Unmut zu äußern – mit Hupen, vielen Themen auf den Plakaten und schließlich bei der Kundgebung.

Federführend organisiert hatte die Veranstaltung das Oberpfalz-Team von „Land schafft Verbindung“. Doch nicht nur Landwirte, sondern auch Unternehmen aus dem nachgelagerten Bereich (z. B. Südstärke, Fa. Holmer) waren dabei und zeigten damit ihre Solidarität. Die Schlange an Traktoren (und zum Teil anderen landwirtschaftlichen Fahrzeugen) schien kein Ende zu finden. Die unterschiedlichen, an den Auslegern oder an der Vorderseite montierten Plakate machten in der Summe die derzeit und schon länger schwierige, ja fast unerträgliche Situation der Bauern deutlich: Nahrungsmittelproduktion, Tierwohl, Düngeverordnung, Rote Gebiete, Brunnen, Agrarpaket und einiges mehr.

Ein lautstarkes Signal an Politik und Politiker

Die Demo sei ein „starkes Zeichen vor der Kommunalwahl und vor der Ackerarbeit und ein Signal an die Politik“, stellte Regine Lehmeier vom Organisationsteam in ihrer Begrüßung fest. „Wir wollen gehört werden. Wir sind mit dem, was wir bisher erreicht haben, nicht zufrieden. Es gibt viele Dinge, die unsere Höfe in ihrer Existenz gefährden, und das ist den wenigsten bewusst.“ Dies unterstrich auch der Regensburger Stadtrat Dr. Thomas Burger (SPD). Billigimporte aus dem Ausland würden der regionalen Landwirtschaft schaden. Zudem verwies er auf die übergroße Zunahme der Vorschriften für die Landwirtschaft.
Die „neue Aufbruchstimmung und Solidarität unter den Landwirten, die neue Schlagkraft und politische Durchsetzungskraft“ betonte die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger (FW). Als Hauptzielrichtung des Protests machte sie die Bundespolitik aus, ihr Landkreis sei mit vielen Maßnahmen für die Verbraucher- und Bewusstseinsbildung und regionalen Vermarktungsstrategien bereits aktiv. „Die Zukunft kann nur mit der Landwirtschaft gehen, die Landwirte sind nicht schuld an allem. Ich möchte hier produzierte Lebensmittel sowie Transparenz und Nachhaltigkeit. Die Landwirte sollen ein Auskommen mit ihrem Einkommen haben“, brach sie eine Lanze für den Bauernstand.
Mia Goller, Bezirksrätin der Grünen aus Rottal-Inn und Landratskandidatin, bemängelte „viele fachliche Fehler“ in der Düngeverordnung, die nachgearbeitet werden müsse. Ihr Appell lautete, „gemeinsam Lösungen zu finden“, zumal die Landwirtschaft wie auch die Politik in einer Krise steckten. „Ohne Landwirtschaft geht nichts, wir müssen die Landwirtschaft erhalten, die Landwirte müssen leben können“, so Goller.