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Protest

Bauerndemo in Landshut: Habeck stellt sich den Bauern

Bauerndemo
Rene Spanier
am Mittwoch, 04.12.2019 - 15:40

Mehr als 600 Landwirte beteiligen sich an der Demo von „Land schafft Verbindung“.

Es war ein starkes Zeichen: Über 600 Landwirte waren mit ihren Traktoren dem Aufruf der Organisation „Land schafft Verbindung“ gefolgt und versammelten sich im Landshuter Messepark zu einer Demonstration. Die Bäuerinnen und Bauern nutzten die zeitgleiche Wahlkampfveranstaltung mit dem Bundesvorsitzenden der Grünen, Robert Habeck, in der Sparkassen-Arena, um gegen die aus ihrer Sicht verfehlte Agrarpolitik der Grünen zu protestieren.

Rainer Seidl (Johanniskirchen) von „Land schafft Verbindung“ sagte zu den versammelten Landwirten: „Die Politik der Grünen gefährdet unsere Betriebe und vernichtet nicht nur Arbeitsplätze, sondern ganze Existenzen im ländlichen Raum.“ Und: „Mit den ständigen Verschärfungen der Anforderungen heizt die Politik den Strukturwandel immer stärker an, zwingt Betriebe zur Aufgabe und vernichtet Existenzen.“ Seidl stellte klar, dass die Bäuerinnen und Bauern auch für den Grundwasser- und Gewässerschutz, die Artenvielfalt, den Insektenschutz und mehr Tierwohl sind, man brauche hierzu aber die Unterstützung durch die Politik. Und vor allem brauche man weniger Bürokratie.

Seidl erhielt für seine Ausführungen immer wieder Beifall von den Demonstranten. Einige Kernforderungen von der Protestbewegung „Land schafft Verbindung“ an die Politik sind deshalb „Miteinander statt übereinander reden“, „Stärkung der regionalen Produktion“ und „Mehr Sachlichkeit in der politischen Diskussion“.

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, trat vor der Sparkassen-Arena ebenfalls vor die Landwirte. Er erklärte, dass bisher in der Landwirtschaft immer „mit Vollgas“ produziert worden sei. Aber die Bauern könnten nicht immer mehr und immer billiger produzieren und gleichzeitig den Umwelt- und Naturschutz beachten. Dies ginge nicht. Schuld sei laut Habeck dabei ein Fehler im System. Dieser Systemfehler müsse nun geändert werden, „und wenn wir das nicht bald angehen, dann verlieren wir unsere Landwirtschaft“.

Anschließend sprach auch noch Sebastian Dickow, der bayerische Anführer von „Land schafft Verbindung“ zu den Bauern. Er betonte noch einmal die Forderungen der Bewegung.