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Jubiläum

Bäuerliches Rottal: Der Name steht für Qualität

Freuen sich über eine 25-jährige Erfolgsgeschichte: (v. l.) Jutta Friedl vom Amt für Landwirtschaft Pfarrkirchen-Landau, die Direktvermarkter Hermann Thanner, Thomas Jetzlesperger, Matthias Wimmer, Margarethe Steinhuber und Vorstand Ludwig Reil, Bezirksrätin und Projektbegleiterin des Vereins Mia Goller und die Direktvermarkter Johann Greineder, Siegfried Biermeier und Christine Mauthner.
Mia Goller
am Donnerstag, 17.11.2022 - 07:32

Direktvermarktung: Verein für ein bäuerliches Rottal feiert Jubiläum

Markt Wurmannsquick/Lks. Rottal-Inn Stolz sein könne man schon auf das, was in den vergangenen 25 Jahren geleistet wurde, davon ist Ludwig Reil überzeugt. Er ist Vorstand des „Vereins für ein bäuerliches Rottal“, in dem sich eine Vielzahl von direktvermarktenden Betrieben im Landkreis Rottal-Inn zusammengeschlossen hat, um am Markt erfolgreich zu sein und zu bleiben. „Als der Verein 1996 gegründet wurde, da ging es um Austausch ebenso wie um Zusammenhalt. Heute ist aus diesen Anfängen ein sehr gutes und auch bei den Kundinnen und Kunden beliebtes Netzwerk geworden“, sagt Ludwig Reil.

Der Verein für ein bäuerliches Rottal e.V. wurde am 28. November 1996 gegründet. Während der Corona-Pandemie konnte das 25-jährige Jubiläum nicht richtig gefeiert werden, doch im laufenden Jahr gab es immer wieder Aktionen, mit denen die Direktvermarkter den Kontakt zur Öffentlichkeit suchten und auch fanden. Hervorgegangen ist der Verein aus einem runden Tisch, der sich damals mit den Problemen der bäuerlichen Landwirtschaft im Landkreis beschäftigte.

Auf Qualität setzen

„Schon die Gründer wussten ganz genau, dass es für die Landwirtschaft einen Weg geben muss, um sich von der Massenproduktion der Lebensmittelindustrie abzuheben. Dabei war von Anfang an klar, dass man den Erfolg nicht über möglichst niedrige Preise erreichen kann. Also setzten wir auf Qualität, hinter der jeder Bauer und jede Bäuerin mit ihrem Namen stehen konnte“, erinnert sich Ludwig Reil. Er selbst ist Rinder- und Legehennenhalter, die Eier werden direktvermarktet und auch ausgeliefert.

Um für eine gelungene Direktvermarktung eine gemeinsame Basis zu schaffen, wurde der Verein gegründet, Landwirt Karl Holböck aus Zeilarn war erster Vorsitzender, seit 2003 fungiert Ludwig Reil als 1. Vorstand. Die Entwicklung des Zusammenschlusses der Direktvermarkter verlief „stetig, aber nicht stürmisch“, blickt Reil zurück. Nicht für jeden Betrieb habe die Direktvermarktung den erwünschten Erfolg gebracht, „das muss man dann eben einsehen und sich neu orientieren“, meint der 1. Vorsitzende des Vereins und fügt hinzu: „Man muss schon sehen, dass Direktvermarktung auch eine Menge Arbeit mit sich bringen kann, das ist nicht für jeden Betrieb geeignet“.

Heute wird ein breites Spektrum abgedeckt

Für den Verein war es vom Start weg wichtig, für einen guten Bekanntheitsgrad zu sorgen: „Nicht alle Direktvermarkter bieten ihre Erzeugnisse auf Märkten an, also mussten die Anbieter ihre Produkte und ihre Adressen bekanntmachen“, erläutert Ludwig Reil. Das erste Werbematerial war ein kleines, handliches Heftchen. Es gab schon damals ein Grußwort darin zu lesen von der seinerzeit amtierenden Landrätin Bruni Mayer, die den Direktvermarktern viel Glück und Erfolg wünschte – ein Wunsch, der im Laufe der Jahre immer mehr Realität wurde.

Die rund 50 Mitglieder, die heute mit dabei sind, decken ein breites Spektrum an landwirtschaftlichen Erzeugnissen ab. Ob Molkereiprodukte, Fleisch, Honig, Eier, Brot und andere Lebensmittel: Das Angebot wird nachgefragt, ab Hof oder bei Märkten im Landkreis. Der Bekanntheitsgrad wurde größer, der Verein setzte auf Professionalität: Attraktiv gestaltete Werbematerialien wurden hergestellt, zur Finanzierung dieser und anderer Ideen gab es Leader-Mittel. Im Internet ist der Verein mit einer professionell gemachten, attraktiven Website vertreten. Doch auch die Tradition verpflichtet: „Immer noch gilt: wir bieten Produkte an, hinter denen wir mit unserem Namen stehen“, betont Ludwig Reil.