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Von A(lpakawolle) bis Z(iegenkäse)

Direktvermarkter_b
Lorenz Märtl
am Donnerstag, 18.02.2021 - 17:01

Im Landkreis Neumarkt stellen sich 50 Anbieter in der neuen Direktvermarkterbroschüre vor. Die Regionalvermarktung gewinnt weiter an Bedeutung.

Selbstvermarktung hat im Landkreis Neumarkt einen hohen Stellenwert. In der neu aufgelegten kompakten Direktvermarkterbroschüre sind über 50 Anbieter von regional erzeugten Produkten mit Verkaufsstellen in fast allen Gemeinden und auf den sechs Bauernmärkten verzeichnet. In der Hofmolkerei Kneißl in Rengersricht, einem der führenden Selbstvermarkter, wurde die zwischenzeitlich achte Auflage des regionalen Einkaufsführers vorgestellt.

Dabei betonten Landrat Willibald Gailler und Forstdirektor Harald Gebhardt, Leiter des Landwirtschaftsamtes Neumarkt, dass Regionalität und somit die Regionalvermarktung gerade im letzten Jahr eine bisher unerreichte Wertschätzung erfahren hat und weiter an Bedeutung gewinnt.

Dezentrale Strukturen als Stabilitätsfaktoren

Die Nähe zum Landwirt und zum Produkt, die Suche nach nachhaltigem Konsum aber auch die Flexibilität und Transparenz, die die Direktvermarktung mit sich bringt, seien Vorteile, die diese Vermarktungsform nicht nur in Coronazeiten ganz besonders mache. Diese gelte es zu erhalten und weiter zu fördern.

Das Jahr 2020 habe gezeigt, dass man regionale Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen weiter ausbauen und stärken müsse, um zukünftig mit widerstandsfähigen ländlichen Regionen für globale Krisen gut gerüstet zu sein. Dezentrale Strukturen in der Nahrungsmittelversorgung wären dabei die elementare Stabilitätsfaktoren.
Der Landkreis sei dabei auf einem guten Weg. Man dürfe aber nicht nachlassen, noch mehr strukturelle Rahmenbedingungen zur Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe zu schaffen.

Breite Palette an regionalen Schmankerln

In der Broschüre findet man – nach Gemeinden und Bauernmärkten geordnet – eine breite Palette regionaler Schmankerl und Besonderheiten. „Von A(lpakawolle) bis Z(iegenkäse) bekommt man bei den Direktvermarktern im Landkreis alles“, brachte es Landrat Gailler auf den Punkt.

Der Pyrbaumer Bürgermeister Michael Langner bezeichnete den Milchviehbetrieb der Familie Kneißl als „Aushängeschild für die Gemeinde und Musterbeispiel für regionale Erzeugung und Direktvermarktung“. Die Familie betreibt den Hof mit 75 Milchkühen und Nachzucht sowie einer eigenen Molkerei seit vielen Jahren. Artgerechte Tierhaltung und gentechnikfreie Fütterung ist Michael Kneißl sehr wichtig.

Das Futter wächst auf den eigenen Weiden und die Tiere haben genügend Platz im modernen, hellen Laufstall, in den Verbraucher von einer Galerie aus einen Blick werfen können.
Die tägliche Milchmenge von rund 1700 Litern wird zu zwei Drittel als Frisch- und H-Milch, Joghurt verschiedenster Geschmacksrichtungen und Butter selbst vermarktet. Damit hat sich der Hofladen fast schon zu einem Nahversorger im Ort einen guten Ruf erarbeitet.