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Politischer Austausch

Aiwanger will sich nicht die Bratwurst von der Semmel nehmen lassen

Beim politischen Austausch vor der Eröffnung der Rottal-Schau: (v.l.) MdL Martin Wagle, der Rottaler Landrat Michael Fahmüller (beide CSU), BBV-Präsident Walter Heidl mit Gattin Anneliese, der stellvertretende Präsident des BBV in Niederbayern Alois Bauer und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW).
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Gerd Kreibich
am Freitag, 02.09.2022 - 15:01

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger lässt es in Karpfham bei der Eröffnung der Rottal-Schau in gewohnter Manier „krachen".

Ein ganzes Bierzelt zum Lachen oder zum Klatschen zu bringen – leicht ist das nicht als Politiker, zu ernst sind die aktuellen Themen. Doch Hubert Aiwanger hat es wieder einmal geschafft: der Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident des Freistaates ließ es in Karpfham bei der Eröffnung der Rottal-Schau in gewohnter Manier so richtig „krachen“, mit griffigen Vergleichen und teils bitterböser Ironie, aber auch mit Frontalangriffen auf politische Gegner, die er bei den Grünen verortet, traf er den Nerv des Befindens der vorwiegend landwirtschaftlichen Zuhörerschaft.

Schon gleich zu Beginn forderte er das Publikum dazu auf, einen gewaltigen Applaus zu spenden für die niederbayerische Landwirtschaft, die es mit viel Fleiß und harter Arbeit möglich mache, dass man am Karpfhamer Fest heimische Küche aus heimischen Zutaten genießen könne – prompt wogte der Applaus durch das Zelt.

Und dann legte der Minister los: es sei nicht mehr hinnehmbar für die Landwirtschaft, was in Berlin in Sachen Landwirtschaft und Ernährungssicherheit geliefert werde, die Ampelkoalition habe bislang auf diesem Gebiet völlig versagt und auch die Zeichen der Zeit nicht erkannt. „Wer weiterhin alles dafür tut, dass die Tierbestände weiter sinken und dass unser Fleisch als gesundes heimisches Lebensmittel weiter schlecht gemacht wird, der kann sich schon einmal darauf einstellen: irgendwann ist nur noch ein kleines Bratwürschterl in einer kleinen Semmel zu finden, mehr gibt es dann nicht mehr“, so Aiwanger.

Der Dünger kommt einfach hinten raus

Und es sei seiner Ansicht nach auch „kompletter Blödsinn“ die Tierhaltung „in Grund und Boden zu reden, weil die Kühe angeblich den Klimawandel beschleunigen – dabei ist es genau anders herum“, so Aiwanger und er rechnet vor: „Unsere Kühe liefern einen hervorragenden Dünger, der kommt bei denen ganz einfach hinten heraus. Wenn wir den für unsere Felder nicht mehr haben, dann müssen wir teuren aus fossilen Grundstoffen gewonnenen Dünger aus Russland kaufen. Also: was ist besser: Dünger aus russischen Gruben oder aus dem Hintern bayerischer Kühe?“, für diese -rhetorische- Frage gab es schallendes Gelächter und viel Applaus.

Und Aiwanger setzte noch einmal nach: „Wenn das vor allem die Grünen nicht kapieren wollen, dann haben sie die Butter auf dem Brot nicht verdient, denn die wird aus der Milch unserer Kühe gemacht.“

Aiwanger lädt Politiker zum Disteln-hacken ein

Einen Beschäftigungsvorschlag hatte der Minister dann gleich noch für alle Politiker, die sich dafür aussprechen, den Pflanzenschutz immer weiter einzuschränken: „Ich würde ihnen empfehlen, statt diesem Geschwätz einfach einmal ein paar Wochen zu uns zu kommen und auf den Rübenfeldern Disteln zu hacken, weil man die ja irgendwann nicht mehr bekämpfen darf. Ich bin gespannt, wie schnell sich dann die Meinung bei diesen Leuten ändert.“

Bauern seien, so Aiwanger, seit Jahrhunderten Tier- und Artenschützer. Wer das, wie manche Politiker der Koalition, nicht verstehen wolle, der sei wohl selbst nicht „artgerecht gehalten“ geworden. „Die Verbraucher werden leiden, wenn es keine heimische Landwirtschaft mehr gibt – denn dann sind wir den Lieferanten im Ausland ausgeliefert und wohin das führt, das erleben wir doch gerade bei der Energie – haben die in Berlin daraus noch immer nichts gelernt?“ Auch hier wurde einmal mehr kräftig geklatscht, bevor man gemeinsam mit einer frischen Maß auf den Bauernstand in Niederbayern und auf der ganzen Welt anstieß.

Weitere politische Termine in Karpfham

Politik auf dem Karpfhamer Fest gibt es auch am morgigen Samstag, 3.9.2022, ab 14 Uhr, dann spricht Ministerpräsident Dr. Markus Söder im Afhamer Festzelt. Am Montag, 5. September 2022 ist Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber „politischer Stargast“ ab 14 Uhr beim Bauerntag des VlF Rotthalmünster in der Hacklberger Hütt´n.