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Volksbegehren

Ziel 500.000 Unterschriften

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 23.12.2021 - 06:00

Das Volksbegehren Herkunftskennzeichnung findet guten Zuspruch. Initiator will in einem Jahr Beteiligung verzehnfachen.

Volksbegehren-Herkunftskennzeichnung-AT

Seit Beginn des Einleitungsverfahrens Anfang August dieses Jahres haben bereits rund 50.000 Menschen das Volksbegehren zur sofortigen und umfassenden Herkunftskennzeichnung mit ihrer Unterschrift unterstützt. Zudem fordert das Volksbegehren ein Grundrecht der Bevölkerung auf „heimisch-regional erzeugte Lebensmittel“.

Bis Dezember nächsten Jahres, also 202,2 will Initiator Leo Steinbichler und Obmann des Vereins „Echt Ehrlich“ noch Unterstützungsunterschriften sammeln. Anfang 2023 wird die Eintragungswoche starten. Als Ziel nennt Steinbichler, mindestens 500.000 Unterschriften, um damit ein Zeichen zu setzen, das von der Politik nicht mehr ignoriert werden könne.

Konsumentinnen und Konsumenten müssen nach Ansicht des Vereines auch in der Gastronomie/ Hotellerie, in Großküchen und bei verarbeiteten Lebensmitteln sehen können, woher die Hauptbestandteile stammen, um eine bewusste Kaufentscheidung treffen und sich für heimische Qualität entscheiden zu können. Nur so kann tatsächlich Wahlfreiheit garantiert werden.

Jede Unterschrift zählt auch für Eintragungswoche

Laut Verein zählt jede Unterschrift, unabhängig davon, ob sie in der Unterstützungsphase oder der Eintragungswoche geleistet wird. Unterschriften sind persönlich am Gemeindeamt beziehungsweise Magistrat oder auch via Handysignatur bequem übers Internet möglich. „Wir freuen uns über jede einzelne Unterschrift und sehen die schon bisher großartige Unterstützung als Auftrag jetzt erst richtig loszulegen“ so Obmann Leo Steinbichler.

Ein echt-ehrlicher Umgang mit Lebensmitteln betreffe laut ihm eben nicht nur den Verein, oder eine kleine Gruppe. Vielmehr seien alle direkt und täglich betroffen, wenn hochwertige Produkte durch billige ausländische Massenwaren vom Teller und heimische Produzenten vom Markt verdrängt würden. 

Steinbichler: Regelmäßiger Betrug an Konsumenten

Nach Auffassung Steinbichlers ist es keine Ausnahme, wenn im „Original Wiener Schnitzel“ das mangelernährte, ausländische Kalb steckt, oder die Ham-and-Eggs am Frühstücksbuffet aus polnischen Käfigeiern und Speck von niederländischen Mastschweinen bestehen. Neben dem Betrug am Konsumenten, dem man oft auch noch mit rot-weiß-roten Fähnchen Qualität aus Österreich vorgaukelt, leidet laut Steinbichler auch das Klima enorm darunter.

Zwar habe Österreich bei am Papier 106% Selbstversorgungsgrad. „Die traurige Wahrheit aber ist, dass jährlich rund 216.000t österreichisches Qualitätsfleisch exportiert werden. Im Gegenzug dafür holt man 160.000t ausländisches Billigfleisch ins Land. Da begegnen sich also tausende von LKW, bis zum Rand voll mit Schweinefleisch, auf den Autobahnen. Die einen fahren nach Norden, die andern nach Süden – nur des Profites wegen,“ so der Vereinsobmann. Zu Zeiten der Klimakrise sei das doch einfach nur Wahnsinn.

Zudem kritisiert Steinbichler als „echte Verbrauchertäuschung“ Importe lebender Schweine und Rinder, die bei der Schlachtung in Österreich per AT-Stempel noch schnell „eingebürgert“ würden.

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