Agrarstruktur

Zehn Prozent weniger Betriebe

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 22.09.2021 - 16:42

Die neuen Strukturdaten zeigen einen Rückgang der Betriebe und Agrarflächen, vor allem beim Dauergrünland. Auch gibt es weniger Rinder und Schweine.

Bergbauern-Österreich

Im Jahr 2020 gab es in Österreich 155.900 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, wie die Statistik Austria heute (22.9.) anhand vorläufiger Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2020 bekannt gab. Damit setzte sich der Strukturwandel in den vergangenen Jahren weiter fort. Die Zahl der Höfe ging im Vergleich zu 2010 um 17.400 oder 10% zurück, der Trend zu größeren Betrieben dauerte an. Trotz des Rückgangs ist Bundesagrarministerin Elisabeth Köstinger überzeugt, "unsere Landwirtschaft ist krisensicher und jederzeit in der Lage, die Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen."

86.700 bäuerliche Betriebe oder 56% hielten 2020 auch Nutztiere, 2010 waren es 63% gewesen. Rund 16% der Betriebe wirtschafteten 2020 biologisch, vor zehn Jahren lag der Anteil nur bei 12%. Rund 91% der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe führen Familien.

Trend zu größeren Betrieben und sinkenden Viehbeständen

Die österreichische Landwirtschaft ist immer noch vergleichsweise klein strukturiert, der Trend zu größeren Betrieben ist dennoch ungebrochen. Wurde vor rund zehn Jahren von einem Hof im Durchschnitt eine Gesamtfläche von 42,4 ha bewirtschaftet, waren es 2020 45,1 ha. Bei der landwirtschaftlich genutzten Fläche verlief die Entwicklung mit einer Steigerung von 18,8 auf 21,1 ha ähnlich. Die forstwirtschaftlich genutzte Fläche nahm seit 2010 im Schnitt von 23,4 auf 25,1 ha zu.

Diese Tendenz setzte sich auch in der Tierhaltung fort.Hielt ein österreichischer Bauernhof vor zehn Jahren im Durchschnitt 28 Rinder, nahm die Herdengröße seitdem kontinuierlich auf 34 Rinder pro Betrieb zu. Der durchschnittliche Schweinebestand erhöhte sich seit 2010 von 85 auf 111 Tiere.

Allerdings sind die Viehbestände, vor allem bei Schweinen, in den vergangenen zehn Jahren gesunken. So stehen mit 2,77 Mio. Schweinen gut 15 Prozent weniger Tiere in den Ställen, bei Rindern fällt der  Rückgang mit 8,5 % auf 1,85 Mio. Tiere etwas geringer aus. Dagegen halten die Landwirte mehr Schafe und Ziegen als vor zehn Jahren.

Weiterer Verlust an Acker- und Grünlandflächen

Zu bedenken gibt Köstinger indes der Rückgang der landwirtschaftlichen Nutzfläche um 7,5% seit 2010 auf nun 2,66 Mio. ha. Besonders stark ist dabei die Dauergrünlandfläche gesunken. Mit knapp 1,3 Mio. ha gab es 2020 knapp 13 Prozent weniger Grünland als vor zehn Jahren. "Wenn wir in Zukunft Lebensmittel in Österreich produzieren wollen, dann müssen wir gerade auch dem Bodenverbrauch und der Versiegelung von Flächen entgegenwirken", betont die Ministerin. Relativ stabil blieb die Forstfläche mit etwa 3,39 Mio. ha. Damit liegt der Anteil des Forstes an der gesamten Agrarfläche bei gut 48 %.

Detaillierte beziehungsweise endgültige Ergebnisse zur Agrarstrukturerhebung 2020 will die Statistik Austria im zweiten Quartal 2022 veröffentlichen.

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