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Wolf: UBV fordert Abschussplan

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 22.06.2021 - 12:32

Der Unabhängige Bauernverband Österreich (UBV) fordert, den Wolf nicht mehr als gefährdete Tierart einzustufen und auch zu bejagen.

Wolfsmanagement

Nach Auffassung des Unabhängigen Bauernverbands (UBV) zählt der Wolf nicht mehr zu den gefährdeten Tierarten. Daher fordert der UBV die Bundesregierung und die EU-Kommission sowie das EU-Parlament auf, den Schutz durch die FFH-Richtlinie sofort aufzuheben und den Wolf mittels Abschussplan in der Population niedrig und im Verhalten scheu zu halten.

Der Verband begründet seine Forderung damit, dass die Zahl der Wölfe inzwischen in der EU auf 23.000 Tiere angestiegen sei. Damit sei er nicht mehr als eine gefährdete Art einzustufen. Als vor 27 Jahren der Wolf durch die FFH-Richtlinie unter Schutz gestellt wurde, gab es in der EU ein paar hundert Wölfe. Durch die Ostererweiterung traten Länder der EU bei, in denen der Wolf immer heimisch war – aber auch immer bejagt wurde, heißt es in einer UBV-Presseaussendung. Die Zahl der Wölfe stieg sprunghaft damals EU-weit auf fast 5.000 an.

Eine Überpopulation drängt den an sich scheuen Wolf in Siedlungsgebiete und in Weidegebiete wie Almen und auch Grünland in den Tallagen. Das zeigen die jüngsten Vorfälle in Österreich. Nach Einschätzung des UBV ängstigt dies die Bewohner und schadet dem Tourismus. Das Jagdverhalten des Wolfes ist nach menschlichem Ermessen tierquälerisch, denn er reißt dem lebenden Beutetier Fleischfetzen aus dem Körper ohne es dadurch zwingend zu töten. Die angefallenen (Weide-)Tiere verendeten meist erst Tage später, und das recht qualvoll, führt der UBV als weitere Begründung an.

Ministerium unterstützt Länderinitiativen

Auf Nachfrage des Wochenblatts räumt das Bundesagrarministerium ein, dass das vermehrte Auftreten von Wölfen in Österreich in den letzten Jahren zunehmend zu einem Problem für die heimische Alm- und Weidewirtschaft geworden sei. Die einzige, langfristige Lösung könne nur ein europäisches Wolfsmanagement sein, heißt es dazu aus dem Ministerium.

Dafür müsse aber das EU-Recht, vor allem die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geändert werden. Dazu gebe es Initiativen aus den Ländern, die das Ministerium unterstütze.

Zudem heißt es aus dem Ministerium, in manchen Bundesländern sei die Entnahme von einzelnen Problemwölfen, unter ganz bestimmten Voraussetzungen, mittels Bescheid möglich. Mit dem Österreichzentrum Wolf, Bär, Luchs habe man erstmals eine koordinierende Stelle eingerichtet. „Herdenschutzmaßnahmen werden intensiv diskutiert sind aber oft aus technischen und topographischen Gründen nicht umsetzbar“, stellt das Ministerium in seiner Antwort klar.

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