Tierschutz

Wolf: Wie ein Tiroler Gericht Entnahmebescheid aushebelt

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 16.11.2021 - 08:56

Land Tirol will gegen die aufschiebende Wirkung Revision einlegen und das höchste Gericht anrufen.

Geisler Josef-Agrarrat Tirol

Gegen die Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts, das der Beschwerde gegen den Abschussbescheid eines Wolfs im Tiroler Oberland die aufschiebende Wirkung zuerkannt hat, will Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler Rechtsmittel ergreifen: "Wir werden in Revision gehen und das Höchstgericht anrufen. Ohne die Möglichkeit, rasch einzugreifen, ist jeder Abschussbescheid totes Recht."

Weil vom Wolf mit der Bezeichnung 118MATK eine unmittelbare erhebliche Gefahr für Weidetiere ausgeht, hat die Behörde die aufschiebende Wirkung von Beschwerden gegen die Abschussgenehmigung für den Wolf aberkannt. Das Beutetier hatte im Tiroler Oberland nachweislich 59 Schafe getötet. Damit war der Wolf seit Bescheiderlassung am 27. Oktober von der ganzjährigen Schonzeit ausgenommen und durfte bejagt werden.

Die Bedrohung des Wolfes nimmt zu. Er kommt auch Menschen immer näher. Erst gestern wurde in Bayern ein Wolf gefilmt. der über den Hof spaziert ist. 
 

Beschwerde von WWF und Ökobüro

Aus formalen Gründen hat nunmehr das Landesverwaltungsgericht die Aberkennung der aufschiebenden Wirkung behoben, nachdem WWF und Ökobüro - wie auch schon in Salzburg und Kärnten - Beschwerde eingelegt hatten. In der Sache selbst - nämlich der Ausnahme von der ganzjährigen Schonzeit eines Wolfs in zehn Jagdteilgebieten für 60 Tage - hat das Landesverwaltungsgericht nicht entschieden.
 
Die Jagdausübungsberechtigten und Jagdschutzorgane wurden seitens des Landes Tirol umgehend mittels SMS verständigt, dass damit die Entnahme eines Wolfs entsprechend dem Bescheid nicht mehr zulässig ist.

Mit Material von aiz