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Tierschutz

Wolf-Resolution für Umweltministerin

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 19.05.2022 - 14:29

Regionen Wilder Kaiser und Brixental-Wildschönau richten Appell an Leonore Gewessler, auf EU-Ebene den Schutzstatus zu lockern. Schockierende Wolfsriss auch auf Kinderspielplatz geschildert.

hechenberger-gewessler

Die Obmänner der Planungsverbände Wilder Kaiser und Brixental-Schönau fordern von Bundesumweltministerin Leonore Gewessler dringend „brauchbare Werkzeuge, um das Wolfsproblem unbürokratisch und schnell zu lösen“.

In ihrer Resolution heißt es, Ministerin Gewessler solle sich auf europäischer Ebene für eine Senkung des Schutzstatus einsetzen. Die Regionen Wilder Kaiser und Brixental-Schönau haben in der Vergangenheit immer wieder größere Probleme mit dem Wolf gehabt.

Daher haben die Bürgermeister Christian Tschugg und Bürgermeister Hannes Eder, dem Bauernbund-Abgeordneten und Landwirtschaftskammerpräsidenten Josef Hechenberger eine Resolution der Planungsverbände überreicht. Während der Plenarsitzung in Wien hat Hechenberger die Resolution der Planungsverbände nun an Gewessler übergeben. In einem Vieraugen Gespräch erläuterte Hechenberger die Probleme in der Region.

Almen in Westendorf bleiben leer

Die Rückkehr der Wölfe werde zu einem größeren Problem in Tirol. Bei regelmäßigen Treffen mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeisterin der Region ist laut Hechenberger die Rückkehr der Wölfe mittlerweile eines der vorherrschenden Themen. Risse von Raubtieren in der Nähe von Spielplätzen und Siedlungen sowie regelmäßige Wolfssichtungen und Fußspuren von Großraubtieren verunsicherten die Bürgere, so der Abgeordnete.

In der Resolution haben die Vertreter der betroffenen Gemeinden unter anderem den Vorfall in der Gemeinde Westendorf im vergangenen Sommer aufgeführt. Dort wurden auf der Rotwandalm 16 Schafe gerissen. Der Ortsbauernobmann Peter Pirchl sowie die lokale Tierärztin Jutta Strele sprachen damals von einem Massaker. Alle Tiere wurden daraufhin von den Almen abgetrieben. Deswegen bleiben heuer die Almen in Westendorf leer, die Schafe werden den Sommer in der Heimweide verbringen.

Wolfriss auf Kinderspielplatz

Geschildert ist in der Resolution auch der Fund von Überresten eines Wolfsrisses auf einem Kinderspielplatz. Für René Schwaiger, Bürgermeister von Westendorf und Mitglied im Planungsverband Brixental-Wildschönau ist damit eine Grenze erreicht, wenn Wölfe am Kinderspielplatz ihr Unwesen treiben.

Deswegen würden mittlerweile die Kinder in der Früh von den Eltern zum Bus begleitet, da die Angst vor Wölfen allgegenwärtig sei, so der Bürgermeister. Auch würden viele Eltern in den Gemeinden ihre Kinder nicht mehr alleine im freien Spielen lassen. In Waldnähe würden die Kinder an der Hand geführt. Spielen und toben im Freien gibt es nur noch unter Aufsicht bei Tageslicht. „Das kann und darf es bei uns nicht geben“, so Hechenberger.

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