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Tierwohl

Wolf: LK Kärnten fordert von Landtag schnellere Entnahme

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 13.07.2021 - 10:48

Bereits kommende Woche könnte der Kärnter Landtag die nötige Gesetzesänderung behandeln.

Wolfsrudel-Wald

Auch in Kärnten soll es eine Lex Wolf geben, wie in Tirol. Das hat gestern (12.7.) die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Kärnten in einer Resolution beschlossen. So fordert sie vom Landtag als Gesetzgeber einen entsprechenden Beschluss, der Voraussetzungen für eine schnellere Entnahme von Problemtieren schafft. Geht es nach der Landwirtschaftskammer, soll das Thema bereits in der Landtagssitzung vom 22. Juli mittels Dringlichkeitsantrages auf die Tagesordnung kommen.

Die LK Kärnten zeigt einen Weg auf, der eine leichtere Entnahme von Problemwölfen auf Landesebene ermöglichen soll. Aufbauend auf einer aktuelle Rechtsexpertise wurde gemeinsam mit anderen Bundesländern nach einer juristisch sauberen Lösung gesucht. Da das EU-Recht nur dann Entnahmen zulässt, wenn Herdenschutzmaßnahmen unzumutbar und unverhältnismäßig sind, sollen kärntenweit per Verordnung Weideschutzgebiete eingerichtet werden. In diesen Gebieten sind Herdenschutzmaßnahmen bereits per Definition als "unzumutbar und unverhältnismäßig" ausgeschlossen. Ergänzend dazu braucht es eine gesetzliche Definition von Problemwölfen. Diese muss sich primär an der Häufigkeit von Nutztierrissen orientieren. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, bei Rissen auf Almen Wölfe rascher und unbürokratischer als bisher entnehmen zu können.

Für die Verordnung von Weideschutzgebieten und für eine rechtlich haltbare Definition von Problemwölfen muss der Landtag jedoch erst die gesetzlichen Grundlagen schaffen.

Bisher mindestens 25 tote Schafe in Kärnten

Bisher gab es in dieser Almsaison laut Kammer mindestens 25 tote Schafe, darunter zahlreiche schwerst verletzte Mutterschafe und Lämmer, die nach qualvollen Stunden notgeschlachtet werden mussten. "Ich habe mir selbst ein Bild vor Ort gemacht. Herdenschutzmaßnahmen im alpinen Gelände sind unzumutbar. Für mich ist klar: Der Wolf muss weg." Mit diesen eindringlichen Worten stellte der Kärntner Landwirtschaftskammer (LK)-Präsident Siegfried Huber klar.

Klar ist laut Huber, dass der Wolf mit rund 23.000 Exemplaren in Europa kein vom Aussterben bedrohtes Tier ist. Dennoch ist er durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) streng geschützt und der rechtliche Spielraum für Entnahmen eng. Eine Absenkung des Schutzstatus des Wolfs ist eine zentrale Forderung der bäuerlichen Interessenvertretung. Auch das Land Kärnten hat sich im Regierungsprogramm dazu bekannt. Alle sind laut Kammerpräsident einig, dass der Schutzstatus gesenkt werden muss. Aber bis das auf EU-Ebene umgesetzt werden könne, brauche es zu lange, darauf könnten die Weidetierhalter nicht warten. "Wir müssen in der Zwischenzeit vor Ort nach Lösungen für unsere Almbauern suchen", betonte Huber.

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