Tierschutz

Wolf: Kärntner Landtag will Abschuss regeln

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 24.09.2021 - 14:31

Der Kärntner Landtag hat die Resolution der Kammer zum Wolfabschuss beschlossen. Jetzt muss er noch die rechtlichen Grundlagen schaffen.

Wolfsrudel

"Wölfe haben auf Kärntens Almen keinen Platz. Wenn wir unsere Almwirtschaft und unsere Tiere schützen wollen, führt an einem Abschuss kein Weg vorbei. Mit dem heute (24.9.)  gefällten Beschluss im Kärntner Landtag sind wir unserem Ziel einen großen Schritt nähergekommen", zeigt sich Landwirtschaftskammer (LK)-Präsident Siegfried Huber erfreut über die Zustimmung der Abgeordneten zu einer Resolution der LK Kärnten.

In der Resolution der LK Kärnten wird eine raschere und unbürokratischere Entnahme von Wölfen mittels Verordnung gefordert. Aufbauend auf einer aktuellen Rechtsexpertise hat Landesrat Martin Gruber - er unterstützt den Vorschlag der LK - in Abstimmung mit anderen Bundesländern dazu auch einen möglichen Rechtsweg aufgezeigt.

Almen sollen als "Weideschutzgebiete" ausgewiesen werden, in denen Herdenschutzmaßnahmen bereits per Definition als "unzumutbar und unverhältnismäßig" ausgeschlossen sind. Ergänzend dazu soll eine Definition von Problemwölfen geschaffen werden, die sich daran orientiert, ob Wölfe Nutztiere reißen oder artfremdes Verhalten zeigen - als Voraussetzung dafür, Problemwölfe laut geltendem EU-Recht rascher und unbürokratischer als bisher entnehmen zu können.

Für die Verordnung von Weideschutzgebieten und für eine rechtlich haltbare Definition von Problemwölfen müssen aber erst im Landtag die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden. Agrar-Landesrat Gruber hatte angekündigt, dass er auch für Kärnten eine Wolfsverordnung ausarbeiten lassen werde, wie sie vor Kurzem in Salzburg beschlossen wurde.

Abschussbescheide gefordert

Der Obmann des Kärntner Almwirtschaftsvereins, Josef Obweger, sieht die zustimmende Haltung des Landtags als wichtiges Signal: "Ein dauerhafter, flächendeckender Schutz vor Wölfen ist auf unseren Almen einfach nicht machbar. Es bringt auch nichts, eine einzelne Alm zu schützen - das Problem verlagert sich lediglich auf die Nachbaralmen. Wenn der Ausbreitung von Wölfen kein Einhalt geboten wird, gibt es in Kärnten in absehbarer Zeit mit Sicherheit keine flächendeckende Almbewirtschaftung mehr. Was über Jahrhunderte mit großem Aufwand aufgebaut wurde, ist nun in echter Gefahr", warnt der Obmann.

Bis die rechtlichen Grundlagen für eine Verordnung vorliegen, muss das Land Kärnten den Weg von Entnahmebescheiden wählen, um auf der Basis von Gutachten und Stellungnahmen mögliche Entnahmen von Wölfen zu genehmigen. Die Landwirtschaftskammer und der Almwirtschaftsverein sprechen sich dafür aus, dass aufgrund der jüngsten Vorfälle im Gailtal, wo Wölfe in unmittelbarer Nähe zu besiedelten Gebieten Tiere gerissen haben, nun auch hier rasch Bescheide für die betreffenden Jagdgebiete erlassen werden.

Mit Material von aiz
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