Tierschutz

Wolf: Hechenberger drängt auf Abschuss

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 25.08.2021 - 09:14

In Tirol sind die rechtlichen Grundlagen für einen Wolfsabschuss in Kraft. Kammerpräsident fordert jetzt Abschussbescheid.

Hechenberger-Josef-LK-Präsident Tirol

Der Tiroler Kammerpräsident Josef Hechenberger macht Druck. Er fordert noch diesen Sommer einen positiven Abschussbescheid für Problemwölfe. Die gesetzlichen Änderungen für ein geregeltes Wolfsmanagement inklusive Entnahmen wurden laut Kammerpräsident in Tirol im Juli-Landtag beschlossen und treten jetzt in Kraft. Nachdem die sechswöchige Begutachtungsfrist nun verstrichen ist, braucht es noch einmal einen Regierungsbeschluss, damit das Fachkuratorium zu arbeiten beginnen kann. Hechenberger appelliert an die Landesregierung, die bereits beschlossenen Gesetze schnellstmöglich auch zur Umsetzung zu bringen.

"Wir müssen noch diesen Almsommer zu einem positiven Abschussbescheid kommen, ansonsten ist das Vertrauen der Bäuerinnen und Bauern in die Politik verspielt. Nach dem tragischen Verlauf dieses Almsommers braucht es endlich Perspektiven, dass man den großen Beutegreifern nicht vollkommen machtlos ausgeliefert ist", verlangt Hechenberger.

Testlauf für neues Verfahren nötig

"Allein heuer wurden bei uns hunderte Schafe gerissen, Dutzende sind vermisst und tausende wurden vorzeitig von den Almen getrieben. Ohne Handhabe gegen Wolf und Bär werden genau jene kleinen bäuerlichen Betriebe das Handtuch werfen, welche die weniger ertragreichen und oftmals steilen Flächen in den Dörfern pflegen und die Almen bestoßen", warnt Hechenberger.

Nicht nur das dringend notwendige Zeichen für die Landwirte ist für Hechenberger ein Grund, warum jetzt die geschaffenen Möglichkeiten rasch zu nützen sind. Ebenso will er testen, inwieweit die Gesetzesänderungen auch halten, was sie versprechen. Das funktioniere nur, wenn wir den gesamten Prozess jetzt einmal durchspielen können, so der Kammerpräsident.
 

Europaweites Problembewusstsein schaffen

Die Tiroler Almbauern wollen auch das Europäische Forum Alpbach nutzen, um auf diese Problematik aufmerksam zu machen. Handlungsbedarf gebe es bei der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, die den Schutzstatus von Wölfen und Bären in Europa regelt, so Hechenberger.

Durch den uneingeschränkten Schutz dieser Raubtiere haben sie sich stark verbreitet und seien bereits seit 2018 nicht mehr als gefährdet eingestuft. "Nicht nur bei uns in Tirol, sondern im gesamten EU-Raum wie etwa in Deutschland, Frankreich, Slowenien, Rumänien werden durch das fortschreitende exponentielle Wachstum der Populationen die Konflikte immer größer", warnt Hechenberger. Die EU müsse diese Probleme erkennen und entsprechend gegensteuern.