Klimaschutz

Wiederauferstehung beim Agrardiesel

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 04.10.2021 - 11:36

Österreich plant Entlastungen beim Agrardiesel und Förderprogramm für energieautarke Bauernhöfe. Dafür aber kommt CO2-Steuer.

Agrardiesel- Diesel tanken

Auf positive Resonanz stößt die ökosoziale Steuerreform der Bundesregierung, deren erste Details Bundeskanzler Sebastian Kurz vergangenen Sonntag präsentierte. So will Kurz einen regionalen Klimabonus und wieder eine Rückvergütung bei Agrardiesel einführen. Ebenso ist ein Sonderinvestitionsprogramm von 25 Mio. € für energieautarke Bauernhöfe vorgesehen. Gleichzeitig führt Österreich eine CO2-Steuer ab Mitte 2022 ein. Sie beträgt zunächst 30 €/t und steigt schrittweise bis 2025 auf 55 €/t.

Nach Auffassung von Bauernbund-Präsident Georg Strasser sind in diesem „Fairantwortungspaket“ viele Maßnahmen enthalten, um die bäuerliche Berufsgruppe und die Bevölkerung im ländlichen Raum entlasten. „Diese faire und nachhaltige Umwandlung des Steuersystems entspricht dem ökosozialen Prinzip, für das der Bauernbund seit Jahren eintritt“, so Strasser.

Regionaler Klimabonus vorgesehen

Die Unterschiede zwischen Stadt und Land werden in der Steuerreform berücksichtigt. „Am Land sind wir auf Individualverkehr angewiesen. Unsere Bäuerinnen und Bauern werden auch weiterhin Treibstoff für Traktoren und Maschinen brauchen, damit die Versorgung mit Lebensmitteln sichergestellt werden kann, so Strasser. So beträgt der regionale Klimabonus je nach Wohnort jährlich zwischen 100 € und 200 € pro Erwachsenen. Zudem sinkt die Einkommensteuer in den mittleren Einkommensgruppen von 35 auf 30% ab Juli 2022.  Den Familienbonus will der Bund von 1500 auf 2000 € pro Kind erhöhen.

Bauernbund-Direktor Norbert Totschnig begrüßt neben Rückvergütung beim Agrardiesel auch die Entlastung bei den Krankenversicherungs-Beiträgen.

Förderpaket für energieautarke Bauernhöfe

Laut Bundesagrarministerin Elisabeth Köstinger erleichtert der Bund damit Betrieben die Arbeit und fördert weitere Investitionen in neue und umweltfreundliche Technologien. „Das ist ein guter Tag für unsere Bäuerinnen und Bauern“, betont sie. Zudem will sie mit dem Förderpaket über 25 Mio. € pro Jahr möglichst viele energieautarke Bauernhöfe schaffen, die den Strom für den Eigenbedarf aus gebäude- und betriebsintegrierten PV-Anlagen samt Speicheranlagen beziehen.

Für Oberösterreichs Kammerpräsidentin Michaela Langer-Weninger birgt die CO2-Steuer den dringend notwendigen Einstieg in ein wirtschaftlich faireres und ökologisch nachhaltigeres Lebensmittelsystem zugunsten der heimischen bäuerlichen Familienbetriebe sicher dar. So verursachten importierte Lebensmittel im Regelfall einen höheren CO2-Ausstoß und können zudem oft nicht reif geerntet oder frisch produziert werden.

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