Almwandertag

Werbung für Almen und Weiden

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 18.08.2021 - 07:00

Der Almwandertag in Niederösterreich sensibilisiert Besucher für die Probleme und Leistungen der Almbauern.

Schmuckenschlager Johannes

Almen und Wiesen sind wertvoll für die landwirtschaftliche Produktion, Kulturlandschaft, Wirtschaft und Freizeitgestaltung. Das konnten rund 1.100 Besucher zu Mariä Himmelfahrt erfahren, als sie am 71. NÖ-Almwandertag nach Maiersdorf bei der Hohen Wand pilgerten.

"Bei all der Idylle vergisst man allerdings, dass es auf der Alm auch gefährlich werden kann. Ein respektvoller und fairer Umgang mit Tier, Pflanze und Mensch ist wichtig, damit wir uns auch künftig an unseren Almen und Weiden erfreuen können" waren sich Landwirtschaftskammer (LK) NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager und NÖ Alm- und Weidewirtschaftsobmann Josef Mayerhofer einig.

Mit 111 Almen und Gemeinschaftsweiden, 860 auftreibenden Betrieben sowie 6.800 Rindern ist die Alm- und Weidewirtschaft für Niederösterreich ein zentraler Zukunftsfaktor für Produktion und Tourismus. Die Almbewirtschafter verbinden in ihrer täglichen Arbeit Tradition, Brauchtum und Moderne und schaffen dadurch zusätzlich ein Paradies für Erholungssuchende und Naturliebhaber.

Flächendeckende Bewirtschaftung nötig

Mayerhofer Josef

"Unsere Almen und Weiden, so wie wir sie heute kennen und schätzen, sind durch die leidenschaftliche Arbeit von Bäuerinnen und Bauern entstanden“, betonte Schmuckenschlager. Damit das so bleibe, müssen man nicht nur die Herausforderungen rund um den Klimawandel gemeinsam anpacken, sondern auch die gesellschaftliche Wertschätzung des Produktionsstandorts Alm sicherstellen. So könne jeder einzelne einen kleinen Beitrag dazu leisten, um eine flächendeckende Bewirtschaftung unserer Almen auch weiterhin möglich zu machen.

Ähnlich argumentierte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf: "Besonders die Corona-Pandemie hat viele Menschen den Erholungswert unserer Almen und Weiden noch deutlicher erkennen lassen. Aber Almen sind auch ein Arbeitsplatz der bäuerlichen Betriebe und ein wichtiger Lebensraum für Tiere. Jeder Wanderer sollte bei seinem Besuch auf einer Alm den Hausverstand einsetzen und Rücksicht nehmen." Genau darauf wurde auch mit einer eigenen Infokampagne unter dem Titel "FairHalten auf der Alm" hingewiesen. In kurzen Videos, Folder und Plakaten wurden Fakten und Verhaltenstipps zusammengetragen und den Menschen ins Bewusstsein gerufen.

Bekenntnis zur Rinderhaltung gefordert

Neumann-Hartberger Irene

"Unsere Alm- und Weidewirtschaft in Österreich ist einzigartig. Damit das so bleibt, braucht es ein klares Bekenntnis zur grünlandbasierten Rinderhaltung", unterstrich Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger. Sie selbst bewirtschaftet einen Rinderbetrieb in der Nähe von Maiersdorf und eine Gemeinschaftsalm in der Nachbarortschaft.

Für Obmann Mayerhofer ist es wichtig, dass die Gesellschaft unsere Almen und Weiden nicht nur als attraktives Ausflugsziel wahrnimmt, sondern auch als Produktionsstandort respektiert und den enormen Arbeitseinsatz der Bäuerinnen und Bauern anerkennt.

Mit Material von aiz