Holznutzung

Waldfonds - 60 Mio. Euro für Holzbauoffensive

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 03.08.2020 - 08:12

Mit der Holzbauoffensive will die österreichische Regierung dem hohen Schadholzanfall begegnen.

Österreich

Rund 62 % der gesamten österreichischen Holzernte (gesamte Holzernte 18,9 Mio. Erntefestmeter) waren 2019 Schadholz. Auch für 2020 werden ähnlich hohe Zahlen prognostiziert. 2019 sind österreichweit aufgrund von Borkenkäfer rund 4,3 Mio. Erntefestmeter (rund 36 % der Gesamt-Schadholzmenge) Schadholz angefallen.

Die Bundesregierung hat zur Unterstützung der Waldbewirtschafterinnen und Waldbewirtschafter einen Waldfonds in der Höhe von 350 Mio. Euro eingerichtet. Darin eingebettet ist die Holzbauoffensive mit 60 Mio. Euro.

Bei einem Besuch im Holzhochhaus Wien informierte sich Elisabeth Köstinger, Ministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, über die Einsatzmöglichkeiten von Holz im Bauwesen. Dabei zeigte sich: Die Rolle von Holz bei der Immobilienentwicklung ist immer noch nicht ausgeschöpft. Damit bietet sich noch Potenzial für regionale Wertschöpfungsketten und den „sinnvollen“ Einsatz von Holz als Baumaterial.

1 Kubikmeter verbautes Holz spart bis zu zwei Tonnen CO2-Emissionen.

Eine von proHolz Austria bei der BOKU Wien beauftragte Studie zum österreichweiten Holzbauanteil zeigt die Entwicklung des Holzbaus in den letzten 20 Jahren:

  • Der Holzbau hat kontinuierlich Marktanteile gewonnen. Bezogen auf die gesamten errichteten Nutzflächen im Gebäudesektor beträgt sein Anteil nun 24 %. Die größten Steigerungen konnten im öffentlichen Bau (1% 1998 zu 19% 2018) erzielt werden. Eine ähnliche Entwicklung mit entsprechenden Zukunftspotentialen zeigt sich auch im mehrgeschossigen Wohnbau.
  • In einzelnen Gebäudekategorien - insbesondere im Bereich großvolumigen Bauens - geht die Entwicklung des Holzbauanteils zwar gut voran hat aber noch großes Potential nach oben.
  • Sowohl bei Mehrfamilienhäusern als auch bei Öffentlichen Bauten kommen fast nur mehr vorgefertigte Holzelemente zum Einsatz, insbesondere die Massivholzbauweise mit Brettsperrholzplatten hat stark zugenommen.
  • In der Zeit, in der Holz als Baumaterial verbaut in Häusern genützt wird, wächst es im Wald wieder nach. In Österreichs Wäldern entsteht jede Sekunde ein Kubikmeter Holz.
  • 1 Kubikmeter verbautes Holz spart bis zu zwei Tonnen CO2-Emissionen.
  • Das seit 300 Jahren gelebte Prinzip der Nachhaltigkeit stellt sicher, dass nicht mehr Holz geerntet wird als wieder nachwächst.
  • Aktuell werden von den ca. 30 Mio. Kubikmetern Holz, die jährlich nachwachsen, nur ca. 26 Mio. Kubikmeter genutzt. Der Holzvorrat nimmt laufend zu.
  • Jedes Jahr wächst somit um 4,2 Mio m3 mehr Holz nach als wir nutzen – das entspricht rund 105.000 Einfamilienhäuser aus Holz.
  • Bauen mit Holz bietet außerdem zahlreiche Vorteile:
  • Der hohe Vorfertigungsgrad erlaubt präzises, vor allem aber auch äußerst schnelles Bauen. Bis zu 45 % kürzere Bauzeiten gegenüber herkömmlichen Bauweisen reduzieren Kosten auf der Baustelle sowie Lärm- und Schmutzbelästigungen. Geringere Wandstärken bringen mehr Nutzfläche je verbautem Raum.
  • Dass Holz deutlich leichter ist als andere Baustoffe, erlaubt geringere Dimensionierungen der Fundamente und Bodenplatten und prädestiniert Holz für Aufstockungen.