Tierseuche

Vogelgrippe: ZAG rät zu erhöhter Vorsicht

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 09.11.2021 - 09:06

Die Ausbrüche von Geflügelpest rücken immer näher an Österreich heran. Erste Fälle auch schon in Bayern und Tschechien.

Schwan

Die Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Österreichische Geflügelwirtschaft (ZAG) warnt Geflügelhalter vor dem zunehmenden Risiko der Vogelgrippe. Erst vergangenen Freitag (5.11.) bestätigten auch die tschechischen Behörden 2 tote Schwäne, die nahe der österreichischen Grenze positiv auf H5N1 getestet wurden.

Im Nordosten  Deutschlands (Mecklenburg-Vorpommern) ist am Montag (8.11.) bereits der dritte Fall von Geflügelpest in Nutztierbeständen bestätigt worden.
Daher appelliert die ZAG an alle Geflügelhalter die Biosicherheitsmaßnahmen konsequent umzusetzen.

In Österreich wird die aktuelle Lage mit Sorge beobachtet und nächste Woche wird im Gesundheitsministerium mit Fachleuten und der Geflügelwirtschaft eine Sitzung zu den Fragen des Risikos, der Information der Betriebe und der Maßnahmen im Seuchenfall stattfinden.

Sicherheitsmaßnahmen einhalten

Folgende Empfehlungen sollten idealerweise bereits jetzt zur Vorbeugung einer möglichen Einschleppung des Virus von allen Geflügelhaltern eingehalten werden: 
Füttern Sie die Tiere unbedingt im Stall bzw. so, dass Wildvögel keinen Zugang zur Futterstelle haben und tränken Sie es nicht mit Oberflächenwasser. 
Futter und Einstreu sind für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren. 
Halten Sie Enten und Gänse getrennt von anderem Geflügel

Diese Maßnahmen sind als wichtige Prophylaxe immer einzuhalten: 

Trennen Sie strikt zwischen Straßen- und Stallkleidung. Betreten Sie den Stall nicht mit Schuhen, die Sie draußen getragen haben und waschen Sie sich vor dem Betreten und nach dem Verlassen des Auslaufs/Stalls die Hände. 
• Informieren Sie ihren Betreuungstierarzt oder Amtstierarzt, wenn Sie ungewöhnlich hohe Verluste bei ihren Tieren feststellen oder die Tiere krank wirken.
 

Stallpflicht in den Niederlanden

Mitte September wurden heuer bereits Schwäne im Südosten der Russischen Föderation positiv auf H5N1 getestet. Am 7.Oktober warnte dann das Friedrich-Löffler Institut in Deutschland, dass das Risiko des Wiederaufflammens der Geflügelpest in der Wildvogelpopulation sowie des Wiedereintrags durch den Vogelzug im Herbst sehr hoch ist. Dabei wird davon ausgegangen, dass H5 Stämme über den Sommer weiter in Wildvögeln präsent waren und zusätzlich neue Stämme eingeschleppt wurden.

Knapp einen Monat später melden zahlreiche Länder Fälle mit Geflügelpest im Nutzgeflügelbereich. In Holland, wo bereits Kleinsthaltungen und auch große Betriebe betroffen sind, wurde ab 26. Oktober eine landesweite Stallpflicht eingeführt. Auch in Deutschland, Schweden, Serbien und Italien sind bereits Fälle gemeldet worden.  Dabei sind Putenmäster genauso betroffen wie Kleinsthalter, Geflügelmäster und Freilandbetriebe. Die Fälle in Serbien und Schweden betrafen Schwäne und Kanadagänse.

Ihr Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
blw digital iphone blw digital macbook
Hefttitelbild Printausgabe Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt