Tierseuche

Vogelgrippe: Österreich verschärft Auflagen

Josef Koch
Josef Koch
am Samstag, 05.12.2020 - 10:57

Ab Montag gelten in den österreichischen Risikogebieten wegen der Vogelgrippe besondere Auflagen für Geflügelhalter.

Vogelgrippe-Risikogebiet-Österreich

Ab kommenden Montag, 7. 12. gelten in Österreich wegen der Ausbreitung der Geflügelpest in Bayern und Nordeuropa einige Regionen als Risikogebiete. Für Geflügelhalter gelten in den Gebieten besondere Auflagen. In Österreich ist bisher aber noch kein Vogelgrippe bei Wildvögeln entdeckt worden.

Dennoch stuft das Bundesministerium für Gesundheit, Soziales, Konsumentenschutz und Pflege das Risiko eines Ausbruchs in Österreich als hoch ein. Diese Risikoeinschätzung stammt von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (AGES) teilt die Einschätzung.

„In enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, den Bundesländern, der AGES, dem Österreichischen Geflügelgesundheitsdienst (QGV) und der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) werden nun Präventionsmaßnahmen umgesetzt, die per Verordnung ab Montag den 7.12.2020 in den Risikogebieten gültig sind“, so das zuständige Gesundheitsministerium.

Risikogebiete vor allem in Oberösterreich

Für die Ausweisung der Risikogebiete wurden unter anderem die Nähe zu den positiven Wildvögeln in Bayern (Passau), die Lage an Flussläufen und Seen, bei denen bereits bei der damaligen Vogelgrippe 2016/2017 positiv getestete Wildvögel gefunden wurden, herangezogen.

„Für die Risikogebiete wurde ein Maßnahmenkatalog zur Prävention gegen die Geflügelpest erarbeitet, der ab Montag gelten wird. Diese notwendigen Maßnahmen werden wir gemeinsam mit der Geflügelwirtschaft umsetzen. Sie dienen dem Schutz des heimischen Geflügels und der Früherkennung eines möglichen Auftretens der Geflügelpest in Österreich“, erklärt das Landwirtschaftsministerium.
 

Diese Auflagen gelten in Risikogebieten

Für die Risikogebiete in Österreich gelten folgende Maßnahmen für die Geflügelhalter:

  1. In gemischten Betrieben die getrennte Haltung der Enten und Gänse von übrigem Geflügel.
  2. Haltung des Geflügels in Ställen oder in oben abgedeckten Haltungsvorrichtungen.
  3. Ausnahme von der Haltung in Ställen, wenn Geflügel durch Netze, Dächer, horizontal angebrachtes Gewebe oder andere geeignete Mittel vor dem Kontakt mit Wildvögeln geschützt ist oder die Fütterung und Tränkung der Tiere nur im Stall oder einem Unterstand erfolgt, der das Zufliegen von Wildvögeln möglichst verhindert.
  4. Wildvögel dürfen nicht mit Futter oder Wasser, das für das Geflügel bestimmt ist, in Kontakt kommen. Die Ausläufe müssen gegenüber Oberflächengewässer, an denen sich wildlebende Wasservögel aufhalten können, ausbruchsicher abgezäunt sein.
  5. Erhöhung der hygienischen Sicherheitsmaßnahmen: Reinigung und Desinfektion mit besonderer Sorgfalt.
  6. Der Behörde (der Amtstierärztin/dem Amtstierarzt) ist zu melden, wenn ein Abfall der Futter- und Wasseraufnahme um mehr als 20 %, ein Abfall der Eierproduktion um mehr als 5 % für mehr als 2 Tage besteht oder wenn die Mortalitätsrate höher als 3 % in einer Woche ist.

Mehr Infos zur Geflügelpest:

https://stp.bmg.gv.at/at.gv.bmg.verbrauchergesundheit/

https://stp.bmg.gv.at/at.gv.bmg.verbrauchergesundheit/tiere/Tiere.html

Top Themen:
  • Integrierter Pflanzenschutz im Visier
  • Gegen Frost und Sturm versichern?
  • Ü20-Photovoltaikanlagen: Wie weiter?
  • Heftiger Ansturm auf die Fördermittel
  • Neuigkeiten zu vegetarischer Kost
  • Preiskrieg auf dem Rücken der Landwirte
Kostenfreies Probeheft Alle Aboangebote