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Direktzahlungen

UBV hält am Inflationausgleich fest

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 12.01.2022 - 08:36

Unabhängiger Bauernverband (UBV) hält Ausgleich für nötig und fürchtet durch Agrarreform Nachteile für die Bauern.

Agrarlandschaft-Region Mondsee-Österreich

Der Unabhängige Bauernverband (UBV) bekräftigt seine Forderung an die Bundesregierung, nach einem jährlichen Inflationsausgleich bei den Ausgleichszahlungen sowie einer Steigerung des Stundenlohnes in der Land- und Forstwirtschaft von derzeit 5 Euro laut Grünen Bericht auf über 10 Euro. Ebenso verlangt er einen finanziellen Ausgleich für Tierwohl von den Handelsketten. Auch die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Kärnten hat vor kurzem eine Resolution für einen Inflationsausgleich bei den Ausgleichszahlungen mit großer Mehrheit verabschiedet.

Ein Sprecher des Bundesagrarministeriums betonte indes, ein Inflationsausgleich sei nur über den Mehrjährigen Finanzrahmen der EU zu bewerkstelligen, und nicht national. Dort habe Österreich erreicht, für die Landwirtschaft 35 Mio. Euro mehr für die gesamte Periode 2021 bis 2027, vor allem für die Ländlichen Entwicklung (Zweite Säule) mehr zu bekommen.

UBV: Handel missbraucht Betriebe für Werbezwecke

Nach Einschätzung des Unabhängigen Bauernverbands (UBV) bringt die neue Agrarreform ab 2023 dennoch massive Kürzungen der Ausgleichszahlungen, aber höhere Auflagen und Bürokratie auch für Kleinbetriebe. So sinkt die Basisprämie von 280 €/ha auf 208 €/ha. Kleinere Betriebe bis 20 Hektar sollen einen Zuschlag von 46 Euro und für weitere 20 Hektar einen Zuschlag von 23 Euro erhalten. Unterm Strich bleibt eine Kürzung der Basisprämie, wenn die Betriebe diese nicht über die Teilnahme an einjährigen Ökoregelungen (Eco-Schemes) oder mehrjährigen Öpul-Maßnahmen ausgleichen können.

Nach den GAP-Beschlüssen sind Betriebe bis 10 ha von Auflagen (Konditionalität) wie dem Einhalten von Gewässerabständen, einer 4%prozentigen Flächenstilllegung oder von Mindeststandards bei Fruchtfolgen ausgenommen, wenn sie die Basisprämie beantragen.

Der UBV beklagt, dass Betriebe die Tiere auf Stroh halten, derzeit keinen höheren Preis für ihre Produkte vom Handel bekommen. „Sie werden nur für Werbezwecke missbraucht“, kritisiert UBV-Präsident Karl Keplinger. Fast 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen gehören laut UBV nicht mehr den Bauern, sondern Investoren und Spekulanten.

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