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Rücktritts-Forderung

UBV fordert Köstingers Rücktritt

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 27.01.2022 - 10:28

Als Anlass nimmt der UBV die Forderungen der Bundesagrarministerin nach mehr Leistungen von Bauern.

Landwirtschaftsministerin Österreich

Der Unabhängige Bauernverband (UBV) fordert Bundesagrarministerin Elisabeth Köstinger zum Rücktritt auf. Als Grund sieht der UBV Köstingers Aussagen bei der Ankündigung der GAP-Informationsoffensive, wonach die Landwirte in Zukunft mehr leisten müssen.

„Das von einer Berufsgruppe zu verlangen, die bereits 365 Tage im Jahr am Hof Tag und Nacht bereit steht, keine 14 Monatsgehälter bekommt und laut Grünen Bericht für einen Stundenlohn von 5 Euro arbeitet, ist eine bodenlose Frechheit“, schreibt der UBV in einer Presseaussendung.

Die wesentlichen UBV-Kritikpunkte

Nach UBV-Einschätzung meint es die Ministerin. Unter ihrer Federführung sei schon Vorarbeit geleistet worden. Die einkommenswirksamen Ausgleichszahlungen der Ersten Säule wurden massiv auf 208 €/ha gekürzt, gleichzeitig steigen die Ausgaben wie Sozialversicherungsbeiträge jedes Jahr kräftig.  

Der UBV vermisst nach wie vor ein Inflationsausgleich, wie er für alle Berufs- und sozial relevanten Gruppen selbstverständlich ist. Er werde den Bauern seit Jahrzehnten verwehrt. Auch das zeige die Wertschätzung dieser Regierung, bemängelt der UBV.

Der UBV kritisiert vor allem diese Punkte:

  • Bauern erzeugen beste Qualität und werden trotzdem mit Weltmarktpreisen abgespeist.
  • Köstinger lehnt eine durchgehende Herkunftskennzeichnung ab, weil sie die Gastronomie nicht will.
  • Bauern werden nicht wie von der EU vorgegeben mit 2 %, sondern in Österreich mit 5 % kontrolliert werden. Nach UBV-Ansicht zeigt dies, dass die Regierung überhaupt nicht gewillt war, die Bürokratie trotz scheinheiliger Versprechen abzubauen.

Kammern bieten mehr psychologische Beratung

Während der Seniorenbund mit größter Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, dass es zu einem Teuerungsausgleich für sein Klientel kommt, habe offensichtlich der Bauernbund, bei dem Köstinger Vizepräsidentin ist, diesbezüglich noch keine Forderungen aufgestellt, wirft der UBV vor. Es sei verwunderlich, dass dies die Funktionäre des Bauernbundes bis auf die Gemeindeebene so widerstandslos hinnehmen würden.

Dass diese Entwicklungen viele Bauern nicht nur in finanzielle, sondern auch in psychologische Schwierigkeiten bringen kann, wurde laut UBV jedenfalls erkannt. So würden die Landwirtschaftskammern ihre psychologische Beratung erweitern.

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