CO2-Bilanz

Treibhausgase: Anteil der Landwirte steigt

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 23.08.2021 - 07:00

Österreichs Umweltbundesamt hat die vorläufige Treibhausgas-Bilanz 2020 erstellt. Stabile Werte in der Landwirtschaft.

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In der Nahzeitprognose der vorläufigen Treibhausgas-Bilanz (THG) hat sich der Anteil der Landwirtschaft an den Gesamtemissionen leicht von 10 % aus 11 % erhöht. Grund dafür sind die in der Landwirtschaft voraussichtlich weitestgehend stabilen THG-Emissionen im Jahr 2020. Wie im Vorjahr belaufen sie sich auf rund 8, 1 Mio. t CO2-Äquivalent. Demgegenüber sind die Gesamtemissionen im vergangenen Jahr pandemiebedingt um 7,7% oder 6,2 Mio. t CO2-Äquivalent im Vergleich zu 2019 gesunken. Somit wurden in Österreich rund 73,7 Mio. t Treibhausgase emittiert. Das geht aus der vorläufigen Treibhausgas-Bilanz 2020 des Umweltbundesamts hervor.

In der Landwirtschaft wurde der Anstieg bei der Mineraldüngerverwendung von 1,2 % im Zweijahresmittel durch den Rückgang bei der Anzahl der Rinder (1,3 %) kompensiert. Die Anzahl der Milchkühe stieg geringfügig (+ 0,1 %) und die Milchleistung pro Milchkuh erhöhte sich um 1,5 %. Die Anzahl der Schweine und Ziegen nahm leicht zu, hingegen reduzierte sich die Anzahl der Schafe geringfügig (2,2 %). Aufgrund von witterungsbedingt leicht höheren Erträgen bei Getreide kam es laut Umweltbundesamt gegenüber dem Vorjahr 2019 zu vermehrten Ernterückständen und somit zu geringfügig höheren Lachgas-Emissionen aus Böden.
 

Energie, Industrie und Verkehr mit größten Anteilen

Laut Umweltbundesamt haben aber die Bereiche Energie und Industrie mit 44% sowie der Verkehr mit 28 % den größten Anteil am THG-Ausstoß in 2020. Auf die Gebäude (Heizungen) entfielen 11%, auf die Abfallwirtschaft und die fluorierten Gase jeweils 3%.

In der Energieerzeugung, die dem Emissionshandel zugeordnet ist, sanken die Emissionen im Vergleich zu 2019 deutlich. Das ist unter anderem auf die Stilllegung des letzten Kohlekraftwerks Österreichs in Mellach zurückzuführen, so das Umweltbundesamt. Insgesamt konnten so rund 0,8 Mio. t CO2-Äquivalent eingespart werden. Auch die niedrigere Stromproduktion aus fossilen Erdgaskraftwerken zeigt sich in der Nahzeitprognose, damit wurden die Emissionen um 0,5 Mio. t CO2-Äquivalent reduziert.

In der industriellen Produktion, die ebenfalls dem Emissionshandelsbereich zugerechnet wird, sind die Emissionen pandemiebedingt um 0,9 t CO2-Äquivalent zurückgegangen, da weniger Stahl produziert wurde. Im Verkehrsbereich ging der CO2-Ausstoß ebenfalls aufgrund der Pandemie zurück. Der Absatzrückgang an Treibstoffen führte hier zu einer Reduktion um 14% im Vergleich zu 2019. In der Abfallwirtschaft und bei den fluorierten Gasen setzte sich der rückläufige Trend der letzten Jahre fort.

Die Nahzeitprognose enthält vorläufige Zahlen, umfassende Berechnungen zu den Treibhausgas-Emissionen 2020 werden im Jänner 2022 veröffentlicht und können von den Ergebnissen der Nahzeitprognose abweichen.

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