Tierschutz

Tierschutz: Strasser fordert Perspektiven für Jungbauern

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 10.06.2021 - 17:03

Bei der Anhörung im Gesundheitsausschuss im Nationalrat kritisiert der ÖVP-Agrarprecher Tierschützer und nimmt Konsumenten in die Pflicht.

Strasser-Georg-Tierwohl

"Wem Tierwohl ein Anliegen ist, der muss sich mit Perspektiven für Jungübernehmer auseinandersetzen, nicht mit Schuldzuweisungen", unterstreicht ÖVP-Landwirtschaftssprecher Georg Strasser beim heutigen Hearing (10.6.) zum Tierschutzvolksbegehren im Gesundheitsausschuss des Nationalrats. Strasser appelliert an die Verantwortung aller Parlamentsparteien und mahnt einen faktenbasierten Diskurs ein.

"Jeden Tag findet eine Volksabstimmung über die Tierhaltung in Österreich statt. Beim Blick in die Speisekarte und beim Griff ins Regal entscheiden die Konsumenten, unter welchen Bedingungen Tiere gehalten und Produkte daraus erzeugt werden", sagt Strasser. "Laut dem Index der Organisation World Animal Protection ist die heimische Landwirtschaft beim Tierwohl weltweit Spitzenreiter. Das soll aber nicht zum Ausruhen veranlassen, sondern zur Weiterentwicklung motivieren. Mit dem Tierwohl-Pakt investiert die Bundesregierung 120 Mio. Euro in entsprechende Initiativen. Das ist ein wichtiger Schritt, dem weitere folgen werden", so Strasser.
 

Strasser: Regierung ist schon aktiv

"Die Wünsche des Volksbegehrens, sofern sie die Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere betreffen und berechtigt sowie umsetzbar sind, sind im türkis-grünen Regierungsprogramm schon bestmöglich abgedeckt. Jetzt arbeiten wir diese Punkte Schritt für Schritt ab. Ersichtlich wird das laut Strasser im Bereich der Schweinehaltung und -fütterung. Das etablierte und bewährte Qualitäts- und Herkunftssiegel, das AMA-Gütesiegel, soll weiterentwickelt werden. Der Ausstieg aus GVO-Futtermitteln und eine Verbesserung der Haltungsbedingungen werden mit allen Beteiligten seit Monaten intensiv diskutiert.

Der Bauernbund-Präsident kritisierte, die Tierschützer nationales "Gold Plating" zu betreiben und dabei die internationalen Märkte außer Acht zu lassen. So werde man schnell mit minderen Tierschutzstandards konfrontiert sein, die wir folglich aus anderen Ländern importieren. "Und genau das wollen wir verhindern", vergleicht Strasser die Standards in Österreich mit jenen in anderen EU-Ländern und Drittstaaten.

Innerhalb der EU-Mitgliedstaaten sei  Österreich beim Tierschutz Vorreiter, was vielen nicht bewusst sei. "Es ist daher unsere Aufgabe, das tatsächliche Bild der österreichischen Landwirtschaft zu vermitteln und so Problembewusstsein und Akzeptanz in der Gesellschaft zu schaffen", so Strasser

Mit Material von aiz
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