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Österreich

Streuobst als Weltkulturerbe

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 06.09.2022 - 15:08

Der Streuobstanbau in Österreich soll Weltkulturerbe werden. Daher hat die ARGE Streuobst bei der UNESCO einen Antrag gestellt, um den Streuobstanbau als „Immaterielles Weltkulturerbe“ anerkennen zu lassen.

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Die ARGE will mit ihrem Antrag diese Kulturform und deren Werte auch offiziell in das Rampenlicht rücken, um sie mit ihren reichen Traditionen der Pflanzung, Pflege, Ernte, Produktveredelung und des Produktgenusses für die Nachwelt zu erhalten.

„Die Anerkennung wird eine weitere Motivation für die Bewirtschafter von Streuobst sein“, ist Hans Hartl, Obmann der ARGE Streuobst, überzeugt. Den Antrag können Obstbauern online unter https://kulturerbe.argestreuobst.at/ unterstützen. Hartl will den Antrag noch in diesem Herbst einreichen.

Um 1930 gab es in Österreich an die 35 Mio. großkronige Bäume, 21 Mio. davon in der Landwirtschaft und 14 Mio. in anderen Bereichen (Gärten). 2010 gab es in Österreich rund 5 Mio. großkronige Bäume, davon 3 Mio. in der Landwirtschaft. In Oberösterreich waren es 2010 zirka 1,5 Mio. großkronige Bäume, davon zirka 1,2 in der Landwirtschaft.

In Deutschland hat der Verein Hochstamm Deutschland bereits eine Eintragung des Streuobstanbaues auf die deutsche Liste geschafft. Der Verein hat beispielsweise über 1,3 Millionen Unterstützer für die Antragstellung erhalten.

Bessere Förderung geplant

Streuobstbestände gelten als ein Refugium für die Biodiversität. Laut Landwirtschaftskammer Oberösterreich sind auf manchen Standorten bis zu 700 Arten zu finden. Das reiche Nahrungsangebot durch Gräser, Blütenpflanzen und Früchte lockt Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten an. Wo viele Insekten sind, gibt es wiederum viele Vögel, wie etwa Grünspechte oder Stare. Auch Säugetiere wie Igel und Feldhasen haben ihren Lebensraum in Streuobstwiesen. Deswegen unterstützt die Landwirtschaftskammer (LK) Oberösterreich Initiativen zum Erhalt der Streuobstbestände.

Im Entwurf des neuen Agrarumweltprogrammes 2023 sind derzeit 12 Euro je Obstbaum vorgesehen, für Walnüsse 8 Euro. Durch die künftige Möglichkeit, jährlich die Anzahl der Landschaftselemente anzugeben, sei für die Landwirtschaft auch mehr Flexibilität zu erwarten, meint Oberösterreichs Kammerpräsident Franz Waldenberger.