Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Bilanz

Strasser: Viele Forderungen umgesetzt

Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 07.01.2022 - 07:00

Bauernbund zieht für 2021 Bilanz und sieht viele Erfolge.

Strasser Georg Bauernbund

2021 war laut Bauernbund Österreich aufgrund der Corona-Pandemie ein herausforderndes Jahr für die Land- und Forstwirtschaft. Trotz allem wurden 2021 zahlreiche politische Forderungen des Bauernbundes realisiert.

„Mit der ökosozialen Steuerreform, der Umsetzung der EU-Richtlinie gegen unfaire Geschäftspraktiken, der Weiterentwicklung des AMA-Gütesiegels und der politischen Einigung auf die Gemeinsame Agrarpolitik ab 2023 konnten wir große Projekte aus dem Regierungsprogramm im Sinne der Bäuerinnen und Bauern umsetzen“, sind Bauernbund-Präsident Georg Strasser und Direktor Mag. Norbert Totschnig mit der Bilanz zufrieden.

Agrar- und Steuerreform als wichtige Erfolge

Nach Auffassung des Bauernbunds werden mit der Einigung auf die Gemeinsame Agrarpolitik ab 2023 Mehrleistungen der Bäuerinnen und Bauern für die Gesellschaft im Bereich Umwelt- und Tierschutz über bewährte Programme und Anreizsysteme weiterhin abgegolten. Bei der Anfang Oktober beschlossenen ökosozialen Steuerreform erhalten Landwirte ab Juli 2022 eine CO2-Steuerrückvergütung, energieautarke Bauernhöfe werden gefördert, der Kindermehrbetrag erhöht und die Krankenversicherungsbeiträge ab Juli 2022 gesenkt.

Darüber hinaus habe der Bauernbund sehr gute Ergebnisse bei den Landwirtschaftskammer-Wahlen 2021 erzielt, heißt es in der Presseaussendung. In Oberösterreich, Steiermark, Tirol, Vorarlberg und Kärnten blieb der Bauernbund die stärkste Interessensvertretung für die Bäuerinnen und Bauern. Teilweise musste er aber Stimmenverluste hinnehmen und sinkende Wahlbeteiligungen akzeptieren.

2022 stehen neue Herausforderungen an

Trotz dieser Errungenschaften will die Interessenvertretung 2022 weiterhin für das Wohl der Bauernfamilien zu kämpfen, Einkommen zu sichern und die Märkte aktiv zu gestalten. Die Klimakrise, die Forderung nach mehr Tierwohl und die Corona-Pandemie werden die Land- und Forstwirtschaft verändern, ist der Bauernbund überzeugt.

„Gleichzeitig sind wir mit massiv steigenden Betriebskosten konfrontiert. Darüber hinaus bringt die EU mit dem Green-Deal zahlreiche Reformprojekte auf den Weg“, nennt Bauernbund-Direktor Norbert Totschnig einige Herausforderungen.

Welche Erfolge der Bauernbund für sich verbucht

Neben der Agrar- und Steuerreform gehen nach Auffassung von Strasser noch weitere Erfolge auf das Konto des Bauernbunds:

  • Coronahilfen für die Land- und Forstwirtschaft: Mit dem Härtefallfonds, dem Ausfallsbonus, der COVID-Investitionsprämie und dem Verlustersatz hat die Bundesregierung für die Land- und Forstwirtschaft umfassende Unterstützungs- und Hilfsmaßnahmen umgesetzt.
  • Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG): Das im Juli im Nationalrat beschlossene EAG bringt unter anderem wichtige Errungenschaften für die Biomasse-Branche, erleichtert das Gründen von Energiegemeinschaften und ermöglicht den weiteren Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf Dachflächen.
  • Gesetz gegen unfaire Geschäftspraktiken: Mit der nationalen Umsetzung der UTP-Richtline werden ab 2022 Österreichs Bäuerinnen und Bauern mit einem Gesetz vor unfairen Geschäftspraktiken geschützt.
  • Nationaler Aktionsplan zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung (NaBe): Mit dem NaBe-Plan geht die Bundesregierung mit dem Ziel einer 100-prozentigen regionalen Lebensmittelbeschaffung in den Bundeskantinen mit gutem Beispiel voran.
  • Pensionserhöhung für bäuerliche Versicherte: Ab 2022 werden die Bruttopensionen bis 1.000 Euro um drei Prozent erhöht. Für Pensionen von 1.000 bis 1.300 Euro kommt eine Einschleifregelung und für alle Pensionen ab 1.300 Euro gilt die Inflationsanpassung von 1,8 Prozent. Für die bäuerlichen Versicherten gibt es damit bis zu 50 Mio. Euro mehr.
  • Schulterschluss für mehr Tierwohl: Gemeinsam mit den agrarischen Branchenvertretern konnte im Dezember 2021 eine nachhaltige Lösung für mehr Tierwohl – mit Hausverstand und Augenmaß – erzielt werden. Zentrale Punkte sind unter anderem das Verbot von Vollspaltenböden bei Schweinen für Um- und Neubauten ab 2023, das Aus des Küken- Schredderns und die Reduktion von Kälbertransporten.
  • Weiterentwicklung AMA-Gütesiegel: 2021 wurde der Grundstein für die Weiterentwicklung des AMA-Gütesiegels gelegt. Höhere Standards, begleitet von absatzfördernden Maßnahmen, sollen das staatliche Gütesiegel weiter verbessern und besonders den Schweinebauern mehr Perspektiven ermöglichen.
  • Waldfonds: Mit 2021 erfolgte die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Waldfonds. Das Zukunftspaket für unsere Wälder enthält insgesamt 350 Millionen Euro.
Ihr Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
blw digital iphone blw digital macbook
Hefttitelbild Printausgabe Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt