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Verlustausgleich

Soforthilfe: Verlustersatz für Schweinebauern kommt

Ferkel_Betreuung-Abferkelbucht
Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 02.02.2022 - 09:00

Ab April können Österreichs Tierhalter Anträge stellen. Mindestens 30% Einbußen nötig. Pauschalbeträge noch nicht fix.

Ferkel-Abferkelbucht-Betreuung

Österreichs Schweinehalter sollen in Kürze einen Verlustausgleich aufgrund der Corona-Pandemie beantragen können. Das gab das Bundesagrarministerium bekannt. Betroffene Tierhalter können ab April die Anträge über die AMA stellen. Der Verlust wird für die Betriebszweige einzeln pauschal berechnet. Ist ein Verlust von mindestens 30% des Deckungsbeitrages gegeben, werden 70% des errechneten Verlustes als Zuschuss gewährt.

Aktuell könne dieser Verlust für die Produktionskategorien Schweinemast und Zuchtsauenhaltung des Betriebszweiges Schweinehaltung nachgewiesen werden, so das Ministerium. Die Berechnung wird pauschal durch die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen vorgenommen. Exakte Beträge je Mastschwein oder Zuchtsau werden im April 2022 vorliegen.

20 Mio. €-Paket vorgesehen

„Damit stehen für den Schweinebereich stehen zusätzlich 20 Millionen Euro zur Verfügung, die wir über die AMA abwickeln werden. Mit dieser Maßnahme schaffen wir es, den betroffenen Betrieben zumindest einen Teil ihres Einkommensverlustes der letzten Monate abzugelten. Damit können wir die angespannte Situation etwas entlasten“, verspricht Agrarministerin Elisabeth Köstinger.

Durch die Corona-Krise und die Schließung der Gastronomie und Hotellerie sind verlässliche Absatzwege weggebrochen. Durch die Schweinepest wurde Österreich regelrecht mit billigem Fleisch aus Deutschland überschwemmt, so Köstinger. So seien deutsche Schweine aktuell um 50 Euro günstiger in Österreich.

Mindestens 30% Deckungsbeitragsverlust

Voraussetzung für den Verlustersatz ist, dass der landwirtschaftliche Betrieb im Betrachtungszeitraum von Dezember 2021 bis Februar 2022 zumindest 30 % des Deckungsbeitrags im Betriebszweig verloren hat. 70 Prozent des pauschal ermittelten Einkunftsverlustes werden als Zuschuss gewährt. Es handelt sich um einen nicht rückzahlbaren Zuschuss. Die Förderung ist mit 100.000 € gedeckelt.

Nach Ministeriumsangaben haben im ersten Paket Verlustersatz I rund 4.600 Betriebe der Schweinemast und Zuchtsauenhaltung rund 28 Mio. € Unterstützung erhalten. Die meisten Betriebe wurden in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark unterstützt.

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VÖS bei Entwicklung mitgewirkt

Der Verband Österreichischer Schweinebauern (VÖS) war - wie auch beim ersten Verlustersatzpaket - maßgeblich an der Entwicklung dieses Instruments beteiligt. VÖS-Obmann Walter Lederhilger sieht daher im Verlustersatz ein notwendiges Instrument, um dennoch die Versorgung mit hochwertigem Fleisch aus Österreich sicherzustellen. So seien Österreichs Schweinebäuerinnen und -bauern aktuell mit außergewöhnlichen Marktverwerfungen konfrontiert.