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Coronahilfen

Soforthilfe: Eiererzeuger fordern Verlustersatz

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 14.02.2022 - 12:25

Dachverband erwartet vom Handel höhere Preise und eine lückenlose Herkunftskennzeichnung.

Kleiner_Hennenstall-Legehennen

Die Auswirkungen der Corona-Krise schädigen die österreichischen Legehennenhalter immer gravierender. Eine wirtschaftliche Betriebsführung sei für viele Betrieben nicht mehr möglich, klagt die Dachorganisation der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG). Sie fordert deshalb einen Schulterschluss entlang der Wertschöpfungskette, einen Mehrpreis zum Ausgleich extremer Kostensteigerungen, eine Lebensmittelkennzeichnung und nationale Stützungsmaßnahmen zum Schutz heimischer Betriebe und zum Erhalt der Wertschöpfung in Österreich.

Die Gründe für die kritische Situation liegen einerseits in den stark gestiegenen Kosten für Betriebsmittel, die bisher nicht ausreichend an die Handelspartner weitergegeben werden konnten. Andererseits belastet die Branche nach wie vor der deutlich zu geringe Eierabsatz in der Gastronomie.

Eigenverversorgung gerät in Gefahr

Der hohe österreichische Qualitätsstandard und der damit einhergehende höhere Basispreis erlauben auch kaum Exporte, die den Markt entlasten könnten, führt der Dachverband als weitere Grund an. Die Preise für Industrieeier seien ebenfalls auf einem Niveau, auf dem nicht einmal die Futterkosten abgedeckt werden könnten.

Zudem kämpfen die Legehennenhalter auch gegen die Einschleppung der Vogelgrippe. Biosicherheitsbestimmungen mussten verschärft werden. Viele Bauern können nun ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Marktexperten gehen davon aus, dass viele Betriebe gänzlich aus der Geflügelhaltung aussteigen werden. Mit der Erholung der Gastronomie könnte damit der Eiermarkt in Zukunft unterversorgt sein.

Lückenlose Herkunftskennzeichnung gefordert

„Damit werden auch Tür und Tor geöffnet für Importe von Käfigeiern aus dem Ausland“, warnt ZAG-Obmann Franz Karlhuber. Die langjährige Partnerschaft mit dem Handel basiere auf beiderseitigem Verständnis und Vertrauen. Die ZAG erwartet sich nun angesichts der kritischen Situation Verständnis von ihren Partnern im Handel.

Auch eine lückenlose Umsetzung der Herkunftskennzeichnung bis hin zur Gastronomie hält Karlhuber für „alternativlos, um auch in Zukunft die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln in Österreich gewährleisten zu können.

Verlustersatz in Prüfung

Branchenberechnungen haben ergeben, dass inzwischen 80% aller Eier in der Gastronomie aus österreichischer Tierhaltung stammen. Entsprechend hart wird die Branche durch den Absatzausfall aufgrund der Corona-Pandemie getroffen. Die EZG Frischei fordert daher, die bestehenden Instrumente zur Covid-Hilfe für österreichische Legehennenhalter als systemrelevanten Teil der Lebensmittelproduktion auch in dieser schwierigen Marktsituation einzusetzen.

„Unsere Bodenhaltungsbetriebe brauchen dringend einen Covid-Verlustersatz, um zumindest einen Teil der wirtschaftlichen Einbußen durch Corona abzudecken,“ fordert EZG-Obmann Franz Kirchweger. ZAG und EZG Frischei prüfen gegenwärtig mit Experten des Landwirtschaftsministeriums die Möglichkeiten für Soforthilfen.