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Österreich

Soforthilfe: 9 Mio. € für Obst- und Gemüsebauern

Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 01.07.2022 - 12:27

Hilfen sollen bis Ende September fließen. Bis Mitte Juli müssen bestimmte Betriebe Anträge stellen.

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Obst- und Gemüsebauer sowie der Gartenbau im Gewächshaus oder im sogenannten „geschützten Anbau“ können auf eine finanzielle Unterstützung hoffen. Die Betriebe sind nicht zuletzt durch Russlands Krieg in der Ukraine von einem massiven Anstieg der Energie- und Produktionskosten betroffen.

Wie Bundeslandwirtschaftsminister Norbert Totschnig mitteilt, stehen nun 9 Mio. € zur Verfügung. Das Geld stammt aus dem EU-Topf „außergewöhnlichen Anpassungshilfe“. Damit setze die Regierung nach dem 110 Mio. € Versorgungssicherungspaket den nächsten Schritt, um die regionale Produktion und damit die Lebensmittelversorgungssicherheit zu stärken, so der ÖVP-Minister.

Wer einen Antrag stellen muss

Nach welchen Kriterien die AMA die 9 Mio. € verteilt, hat das Ministerium indes noch nicht offengelegt. Die nationale Umsetzung erfolgt in einer Verordnung auf Grundlage des Marktordnungsgesetzes. Da Österreich die Maßnahme nach den EU-Vorgaben rasch abwickeln muss, bekommen die betroffenen Betriebe, die Agrarmarketingbeitragspflichtig sind, die Hilfen automatisch ausbezahlt. Zusätzlich antragsberechtigt sind unter anderem Pilzproduktion, Microgreens und Algen, jeweils in geschütztem Anbau, ab 200 m². Die Bewirtschafter dieser Kulturarten müssen aber jeweils eigene Anträge stellen, um die Unterstützung zu bekommen. Die Beantragung bei der AMA muss bis 15. Juli 2022 erfolgen. Die Auszahlung erfolgt voraussichtlich Ende September 2022. Nach den EU-Vorgaben müssen die Länder die Finanzhilfen bis September ausbezahlt haben.

Lob von Interessenvertretung

Positiv reagiert die Interessensvertretung auf das angekündigte Hilfspaket. „Uns ist es wichtig, dass schnell und unbürokratisch geholfen wird. Nur so bleibt die Versorgungssicherheit aufrecht und stabile Produktionsbedingungen für unsere Gemüse- und Gartenbaubetriebe gewährleistet“, so Bauernbund-Präsident Georg Strasser. Österreichs Kammerpräsident Josef Moosbrugger betont, dass viele bäuerliche Familienbetriebe durch die enormen Kostensteigerungen in eine überaus schwierige Lage geraten seien und die Hilfen für die Versorgungssicherheit mit heimischem Gemüse dringend gebraucht würden.

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