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Wolfsmanagement

Wer so etwas sagt, hat wenig Ahnung von Landwirtschaft

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Paul Kannamüller
am Montag, 13.05.2019 - 09:32

LK-Präsident Josef Hechenberger kann Äußerungen des neuen Innsbrucker Alpenzoo-Direktors André Stadler nicht nachvollziehen.

Innsbruck - Der Wolf erhitzt in Tirol weiter die Gemüter. Hauptbetroffene seien die Bauern, sagt LK-Präsident Josef Hechenberger, weshalb er Äußerungen des neuen Innsbrucker Alpenzoo-Direktors André Stadler nicht nachvollziehen könne, der das Problem bagatellisiere. Dieser hatte in einer Tiroler Tageszeitung die Meinung vertreten, dass Wölfe und Bären für den Menschen eher ungefährlich seien, weil diese den Menschen als Gefahr sehen. Außerdem gebe es Regelungen, nach denen etwa Schafsrisse den betroffenen Bauern zur Gänze abgegolten würden.

„Wer so etwas sagt, hat wenig Ahnung von Landwirtschaft“, konterte Hechenberger. Vielfach seien die gerissenen Tiere wichtig für die Zucht und ihr eigentlicher Wert liege weit über dem monetären. Dazu komme die emotionale Belastung für die Bauern. „Wenn man die eigenen Tiere qualvoll verendet vorfindet, frage ich mich, ob beim Tierschutz hier mit zweierlei Maß gemessen wird“, betonte Hechenberger.

Für ihn sei ferner auch klar, dass mit der Rückkehr des Wolfes die bestehende kleinstrukturierte Land- und vor allem Almwirtschaft gefährdet sei. Für Hechenberger führt daher langfristig kein Weg an der Änderung des Schutzstatus vorbei: „Der derzeitige Schutzstatus stammt noch aus einer Zeit, wo sich niemand vorstellen konnte, dass der Wolf je in dieser Form zurückkehrt.“

Tirol sei ein dicht besiedeltes Tourismusland, weshalb der Druck auf landwirtschaftliche Flächen durch eine intensive Freizeitnutzung ohnehin schon enorm sei. In einem Schulterschluss hätten Landwirtschaft und Tourismus viel getan, um ein gutes Miteinander auf der Alm für die Zukunft abzusichern. „Auch beim Thema Wolf sollten wir daher mit vereinten Kräften auftreten“, so Hechenberger.