Tierseuche

Schweinepest: Köstinger soll Lebendtiertransporte einstellen

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 16.09.2020 - 09:41

Österreichs Agrarministerin Köstinger muss jetzt schnell handeln, um die Schweinebauern zu schützen. Das fordert die FPÖ.

Mastschweine-Fütterung-Österreich

Derzeit bedroht die Afrikanische Schweinepest die österreichische Schweineproduktion. Bisher ist laut FPÖ-Agrarsprecher Peter Schmiedlechner nur ein einziges Wildschwein offiziell infiziert in Deutschland aufgefunden worden. Der Schweinepreis ist sofort abgestürzt. So ist das deutsche Schweinefleisch von vielen asiatischen Märkten gesperrt worden.

"Hier müssen wir vorsichtig sein und unseren Markt schützen. Es darf nicht dazu kommen, dass auch in Österreich die Schweinepest auftaucht, sonst verlieren auch unsere Bauern ihre Absatzmärkte. Jetzt muss dringend gehandelt werden, wir sollten alle Lebendtiertransporte aus Deutschland sofort einstellen und gleichzeitig die Bejagung der Wildschweine massiv verstärken, um das Einschleppen möglichst zu verhindern“, betonte der FPÖ-Agrarsprecher.

 

Köstinger schaut beim Höfesterben zu

Die nächste Produktionssparte in der Landwirtschaft werde an die Wand gefahren - jetzt gehe es den Schweinehaltern an den Kragen. Nach dem Desaster mit den Rübenbauern schaue die ÖVP-Ministerin der nächsten Sparte beim Sterben zu“, so Schmiedlechner.

Während am Anfang des Jahres die Preise für Schweinefleisch noch auf Rekordhoch waren, bricht der Preis jetzt total ein. "Anfangs schien es, als ob es für die Schweinehalter ein gutes Jahr wird, doch dann kam Corona. Der massenhafte Ausbruch von Covid-19-Fällen in deutschen Schlachthöfen führte dazu, dass die Schlachtbetriebe vorübergehend keine Tiere mehr abnahmen, dies führte auch in Österreich zum Preisverfall, schildert der FPÖ-Politiker die Entwicklung.

Für die Bauern ist die Schweinehaltung laut FPÖ- Agrarsprecher seit Monaten ein Verlustgeschäft. Allein die Kosten für Futter, Tierarzt und Stall übersteigen die Erlöse. Daher sei es kein Wunder, dass immer mehr Betriebe aufgeben. Derzeit gebe es nur noch rund 21.000 Schweinehalter in Österreich, vor zehn Jahren waren es noch 38.000 Betriebe, das sei ein Rückgang von beinahe 45 Prozent.