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Österreich

Schmiedtbauer: Brüssel muss Agrarmärkte stützen

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 15.04.2020 - 12:50

Im EU-Agrarausschuss verlangt die EU-Abgeordnete Simone Schmiedtbauer mehr EU-Hilfen für die Agrarmärkte. Eine freiwillige Lieferrücknahme für Milch zählt dazu.

Die EU-Kommission müsse alles daran setzen, die Agrarmärkte zu stabilisieren um die heimische und europäische Produktion zu sichern und das Preisniveau zu schützen.

"Dafür ist die Europäische Kommission angehalten mögliche Maßnahmen prüfen, wie die private Lagerhaltung bei Milch- und Rindfleisch oder auch die freiwillige Produktionsrücknahme bei Milch. Rasches Handeln ist gefordert," so Simone Schmiedtbauer, Agrarsprecherin der ÖVP im Europaparlament, vor der heutigen Sitzung des Agrarausschusses, an der auch EU-Agrarkommisar Wojciechowski teilnimmt.

Grenzen für Saisonkräfte offen halten

Nach ihrer Meinung dürfe das künftige Agrarbudget nicht gekürzt werden. „Eine gut funktionierende und leistungsfähige Landwirtschaft ist ein wichtiger Faktor für die Bewältigung der beispiellosen Coronakrise und ein erfolgreiches Europa in der Zeit danach. Daher müssen wir jetzt handeln, um eine zuverlässige, regionale und qualitativ hochwertige Lebensmittelversorgung auf Dauer zu gewährleisten", meint die EU-Abgeordnete.

Zudem behinderten die in der Coronakrise geschlossenen Grenzen die bewährten Fachkräfte aus dem EU-Ausland daran, an ihren Arbeitsplatz zu gelangen, zum Beispiel in der Fleischverarbeitung oder bei der Obst- und Gemüseernte. "Das ist zu beiderseitigem Nachteil und muss gelöst werden“, sagt Schmiedtbauer.

Weniger Kontrollen nötig

Zudem glaubt Schmiedtbauer, dass Brüssel in der Coronakrise seine Ankündigung von vereinfachten Prüfverfahren, längeren Fristen bei den Meldeverpflichtungen und der Lockerung von Vor-Ort-Kontrollen als Auszahlungsbedingung auf dem richtigen Weg sei. "Wir Landwirtinnen und Landwirte werden sie anhand der praktischen Umsetzung beurteilen.