Kulturlandschaft

Schlaue Almwirtschaft

Almwirtschaft Salzburg
Pressemeldung Land Salzburg
am Dienstag, 21.07.2020 - 08:26

Klimawandel kann Verlust von Weideflächen bewirken. Anpassen der Auftriebszahlen ist nötig.

Der Klimawandel lässt das Futterangebot auf den knapp 1800 Almen im Land immer früher sprießen. Die Folge: Nicht alle Bergweiden werden gleichmäßig von den rund 67 000 Rindern sowie Pferden, Ziegen und Schafen abgegrast und wachsen immer mehr zu.

„Der Spruch ‚Dem Vieh muss das Futter ins Maul wachsen‘ hat schon früher gegolten und ist aktueller denn je. Die Zahl der aufgetriebenen Tiere muss an das steigende Biomasseangebot auf der Alm angepasst werden“, fordert Landesrat Josef Schwaiger.

„In dieser Hinsicht sind Anpassungen und Änderungen in der aktuellen Agrarpolitik notwendig. Auftriebszahlen zu begrenzen, wie das aktuell vorgeschrieben ist, wirkt sich gegenteilig auf das Ziel aus, Almen als Weideland zu erhalten“, so Landesrat Josef Schwaiger, der auf „schlaue Almwirtschaft“ setzt.

Ein gemeinsames Projekt von Land, Landwirtschaftskammer, Almwirtschaft Salzburg und Maschinenring setzt genau hier an: „Rechtzeitiger Auftrieb je nach Höhenlage und Bewuchs sowie mehr Weidetiere, die über Koppeln gleichmäßig über die 67 000 Hektar Futterflächen der Salzburger Almen gelenkt werden, darum geht es im Wesentlichen“, bringt es Petra Fürstauer-Reiter, die das Projekt betreut, auf den Punkt.

Lernen, die Weiden wieder richtig zu sehen

Es gibt bereits Erfahrungen mit dem Almsanierungsprojekt Gottschallalm in Obertauern. Jetzt wird im Pongau, Pinzgau und Lungau je ein Projektgebiet ausgewählt, in dem vergleichbare Maßnahmen unter fachlicher Betreuung durch Siegfried Steinberger von der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft umgesetzt werden.

„Man muss die Weiden sehen lernen. Unter diesem Aspekt versuche ich den Almbäuerinnen und Almbauern die Auswirkungen und Gefahren des Klimawandels zu zeigen“, erläutert Siegfried Steinberger.

Klaus Vitzthum, Obmann der BBK Zell, sind die Erhaltung der Biodiversität und ein gutes Weidemanagement Herzensanliegen: „Ansonsten gehen in Zukunft noch mehr wertvolle Futterflächen verloren“. Zudem seien Almen ein wichtiger Schutz gegen Naturgewalten.“