Ausstellung

Rieder Messe: Wie im echten Leben

Farmdroid_CSH
Claus Mayer
am Dienstag, 21.09.2021 - 17:23

Nach langen Monaten der Pandemie zelebrierten Besucher und Aussteller in Ried eine Landwirtschaftsmesse wie in alten Tagen.

Mobilsaege-Ried_CSH
Die Agrarmesse in Oberösterreich als Publikumsmagnet. Der Besucherzustrom überstieg aller Erwartungen der Veranstalter. Rein kam man nur getestet, genesen oder geimpft. Drinnen erwartete die Besucher dann gelöste Stimmung, ein mit 500 Ausstellern fast ausgebuchtes Gelände und ein durchgängiges Liveprogramm. Man traf auch auf viele bayerische Landwirtsfamilien.
Scherfler-Frontlader_CSH
Den Ausstellern war die Freude, endlich wieder direkt mit dem Publikum sprechen zu dürfen, anzumerken. Letzteres hielt sich finanziell nicht zurück. Mehrere Aussteller berichteten, dass die Besucher die Auftragsbücher füllten.
Poettinger-Jubilaeum_CSH
Unser persönliches Highlight war der Messestand der Innovation Farm. Unter diesem Namen testen österreichische Agrarlehr- und -versuchsanstalten neueste Landtechnikanwendungen auf ihren Nutzen für die Praxis. In einer eigenen Messehalle präsentierten die Wissenschaftler ihre Teilprojekte, von denen uns drei sofort ins Auge stachen:
  • Ein Steyr 8090 aus den 1980er-Jahren, dem die Firma Reichhart ein Isobus-Nachrüstset spendiert hat. Dazu gehört auch eine App namens Smart Command, mit der man Isobus-Anbaugeräte vom Oldtimersitz aus drahtlos per Handy steuert.
  • Der Rüben-Robi Framdroid, mit dem bereits einige Südzucker- und Agranalieferanten ihre Biorüben säen und hacken. Vorteil: Der Roboter weiß genau, wo er Saatkörner abgelegt hat und kann schon vor dem Feldaufgang sogar in den Reihen hacken, ohne die Rüben zu schädigen.
  • Das Rehkitz-Rettungssystem Sensosafe von Pöttinger, das Tiere im Gras per Infrarotsensor erkennt und das Mähwerk aushebt. Hier hat die Innovation Farm bereits Testergebnisse präsentiert: Das System funktioniert auch bei einer Arbeitsgeschwindigkeit von 24 km/h problemlos, wenn man es richtig eingestellt hat. Ab einer Wuchshöhe von über 50 cm lässt die Zuverlässigkeit jedoch etwas nach.
Reichhart_CSH
Stark vertreten waren auch einige kleinere österreichische Landtechnikschmieden. Ein Hingucker war der Heumilch-Futtermischwagen am Stand von Scherfler Landtechnik. Regina und Christoph Scherfler statten einen Mischwagen von Keenan eigens mit Paddeln aus, um auch Heu schonend mischen zu können. So können Heumilchproduzenten zum Beispiel das Futter verschiedener Schnitte miteinander vermischen, um Probleme bei der Umstellung zwischen verschiedenen Futterqualitäten zu vermeiden. Christoph Scherfler baute vor wenigen Jahren nebenbei einen elektrischen Futtermischer für seinen Nachbarn und hatte keine Ambitionen, die Landtechnik zum Beruf zu machen. Mittlerweile hat er sieben Festangestellte Mitarbeiter und baut gerade eine neue Produktionshalle.
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