Nachhaltigkeit

Regionaler Einkauf: Kommunen machen mit

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 05.08.2021 - 07:30

Gemeinden und Agrarministerium starten Initiative zum regionalen Einkauf von Lebensmitteln in öffentlichen Kantinen.

Köstinger-Kantine

Gemeinsam mit dem Gemeindebund hat das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLRT) eine Initiative zur regionalen Beschaffung von Lebensmitteln gestartet. Zusammen mit den Bundesländern haben das BMLRT daher die Bundesbeschaffung GmbH beauftragt, das Projekt „Forum Österreich isst regional“ zu koordinieren und öffentliche Kantinen dabei zu unterstützen, Lebensmittel regionaler und saisonaler zu beschaffen.

Mit dem neuen Leitfaden „Los geht’s: mehr Qualität auf unseren Tellern“ für Gemeinden und öffentliche Kantinen von Bund und Ländern will Agrarministerin Elisabeth Köstinger den Anstoß für eine möglichst regionale und saisonale öffentliche Beschaffung bei Lebensmitteln setzen. Mit Best-Practice Beispiel zeigt ihr Haus, wie einfach es sein kann, auf regionale Qualität zu setzen.
 

Wichtige Rolle

Ziel des Aktionsplans Nachhaltige Beschaffung ist die 100-prozentige regionale und saisonale öffentliche Beschaffung bei Lebensmitteln mit Erhöhung des Bio-Anteils. „Wir wollen, dass Kindergärten, Schulen und Betreuungseinrichtungen auf regionale Beschaffung beim Essen umsteigen. Wir bitten aber niemanden um etwas, das wir nicht auch selbst tun, deshalb gehen wir als Bund mit gutem Beispiel voran und stellen die Beschaffung von Lebensmittel auf regionale Herkunft um“, so Köstinger.

Den Gemeinden kommt eine wesentliche Rolle zu, sie sind Erhalterinnen der Pflichtschulen und Kinderbetreuungseinrichtungen. 5.500 Kinderbetreuungseinrichtungen – von der Krabbelstube, über die Kindergärten bishin zu Nachmittagsbetreuung- und Horteinrichtungen werden von Gemeinden verwaltet und erhalten. 72 % aller Kindergärten stehen unter kommunaler Verwaltung. Darüber hinaus sind die Kommunen für den Erhalt und damit auch die Gemeinschaftsverpflegung von 4.200 Volks- und Mittelschulen sowie Sonderschulen und Polytechnische Schulen verantwortlich.
 

Aktuelles Thema für Gemeinden

„Die Bevölkerung fordert mehr Nachhaltigkeit. Deswegen ist nachhaltige Beschaffung auch für die Gemeinden ein aktuelles Thema - nicht nur aufgrund des Nachhaltigkeitskonzepts, sondern auch wegen der finanziellen Einsparungen“, ist Alfred Riedl Präsident des österreichischen Gemeindebundes überzeugt.

Der Aktionsplan sieht unter anderem ab 2023 einen Mindestanteil von 25 Prozent der beschafften Lebensmittel aus biologischer Erzeugung vor. Bis 2030 soll er auf 55 Prozent steigen. Steigern soll sich auch die GVO-freie Fütterung von Rindern und Schweinen. Während der Anteil des Rind- und Schweinefleisches im laufenden Jahr mindestens 5 Prozent betragen soll, soll ab 2025 der Bezug des Fleisches komplett aus GVO-freier Fütterung erfolgen. Bei Huhn ist dies laut Ministerium schon jetzt der Fall.

Nach Angaben des Ministeriums wünschen sich drei von vier Österreicherinnen und Österreichern eine Ausweitung des Angebots an regionalen Lebensmitteln. Laut Dachverband der österreichischen Gemeinschaftsverpfleger sind Großküchen bereits jetzt im internationalen Vergleich ein Aushängeschild für Regionalität und Qualität. „Auch bei der Herkunftskennzeichnung werden wir unsere Vorreiterrolle unter Beweis stellen und arbeiten mit Hochdruck daran, eine praxistaugliche Lösung für mehr Transparenz und Klarheit für die Konsumenten zu schaffen,“ kündigt dessen Präsident Manfred Ronge an.