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Landesagrarreferenten-Konferenz

Regionale Beschaffung geht weiter

Der Abatz regionaler Produkte, wie hier Karrotten bei der Ernte, sollen weiter in öffentlichen Kantinen unterstützt werden.
Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 05.10.2022 - 13:48

Landesagrarreferenten halten an Neuordnung des Tiergesundheitsdienstes fest. Sorge um tierärztliche Versorgung auf dem Land.

Die Landesagrarräte haben bei ihrem Treffen Ende September begrüßt, dass die Bundesbeschaffung GmbH (BBG) das Projekt „Forum Österreich isst regional“ 2023 bis 2025 weiterführt. Danach werden öffentliche Kantinen dabei unterstützt, Lebensmittel regionaler und saisonaler zu beschaffen.

Zentrale Ziele dabei sind mehr regionale Wertschöpfung, die Unterstützung der Klimaziele sowie die Förderung österreichischer Tierschutz- und Produktionsstandards. Weitere Schwerpunkte sind unter anderem die regionale Menüplanung, Qualitäts- und Herkunftskennzeichnung, regionale Logistik sowie digitale Portale und Schnittstellen und Vergabemöglichkeiten.
 

Tiergesundheitsdienst im Visier

Nach Auffassung von Vorarlbergs Landesrat Christian Gantner stärkt das österreichweite Projekt die Landesinitiative „Vorarlberg am Teller“ dabei, mehr Bewusstsein für heimische Lebensmittel zu schaffen und gibt der Vorarlberger Landwirtschaft eine große Chance, ihren Versorgungsauftrag wahrzunehmen. Bundesagrarminister Norbert Totschnig appellierte einmal mehr, regionalen Produkten den Vorzug zu geben: „Wer regional isst oder kauft, stärkt unsere bäuerlichen Familienbetriebe, schützt die Umwelt durch kürzere Transportwege und die Wertschöpfung bleibt im Land.“

Arbeiten für einen österreichweiten TGD dauern an

Ebenso beschlossen haben die Landesagrarreferenten, die Arbeiten zum Aufbau eines Österreichischen Tiergesundheitsdienstes fortzuführen. Gleichfalls soll der Verein Tiergesundheit Österreich, der bis Ende 2022 gegründet wird, mit der entsprechenden Finanzierung aus Bundes- und Landesmitteln gefördert werden.

Die Bundesländer hatten Jahr 2020 das Gesundheits- und Landwirtschaftsministerium beauftragt, das Projekt „Zukunftsprozess Tiergesundheit Österreich“ einzurichten, um ein Konzept zur Weiterentwicklung des Tiergesundheitsdienstes zu erarbeiten. Als ein Ergebnis wurde aufbauend auf den bestehenden Länder-Tiergesundheitsdiensten und der Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV) die Bildung einer Dachorganisation „Österreichischer Tiergesundheitsdienst - ÖTGD“ empfohlen.

Sorge um tierärztliche Versorgung auf dem Land

Mit dem Vorarlberger Tiergesundheitsfond und dem Österreichischen Tiergesundheitsdienst als Dachorganisation sind laut Ganter optimale Voraussetzungen für die tierhaltenden Landwirtschaftsbetriebe, die teilnehmenden Tierärzte und zum Wohl der Tiere geschaffen. Auch werde die sich die Qualität der Lebensmittel tierischer Herkunft laufend verbessern.

Ein Thema war bei der Konferenz war auch die tierärztliche Versorgung für Nutztiere in ländlichen Räumen. Sie wird ganz besonders für die landwirtschaftlichen Nutztiere in den ländlichen Räumen – zunehmend eine große Herausforderung. Dazu wollen die Landesräte künftig Lösungen abstimmen, da dieses Problem alle Bundesländer gleichermaßen oder in ähnlicher Weise betrifft. Geplant ist, Lösungsansätze mit Vertretern der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) und der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK) zu erarbeiten. In der nächsten Landesagrarreferenten-Konferenz will man dann weitere Folgeschritte beschließen.

Förderung für Qualitätsrindfleisch geht weiter

Einigkeit bestand bei den Länderreferenten auch, die De-minimis-Förderung für das Erzeugen von Qualitätsrindfleisch fortzuführen, um eine auf Qualitätsparameter ausgerichteten Kälber- und Rindermast sowie für die Mutterkuhhaltung zu fördern.

Diskutiert haben die Landesvertreter daneben Maßnahmen gegen das Verbreiten von Quarantäneschädlingen sowie das nachhaltige Verwenden von Pflanzenschutzmitteln und deren Erfassung. Die notwendigen Bemühungen in diesem Bereich könnten nur in konstruktiver Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Bundes- und Landesdienststellen sowie der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) bewerkstelligt werden, waren sich die Teilnehmenden einig.

Umsetzung der Agrarreform läuft auf Hochdruck

Thema waren auch der von Brüssel genehmigte Strategieplan zur EU-Agrarreform (GAP) und die Folgen des Krieges in der Ukraine. Laut Konferenzteilnehmer laufen die Vorbereitungsarbeiten, um die vielfältigen GAP-Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene bereits mit Hochdruck. Die Umsetzung ab Jahresbeginn 2023 sei demnach gewährleistet.