Studie

Wer regional kauft, schafft Versorgungssicherheit

Österreich
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 30.09.2020 - 15:25

Regionaler Einkauf sichert die Lebensmittelversorgung und schafft Arbeitsplätze, so der Ergebnis einer Studie.

„Monatlich 5 EUR pro Haushalt in regionale Lebensmittel investiert, sorgen nur in Niederösterreich für rund 770 zusätzliche Arbeitsplätze“, konkretisiert Landwirtschaftskammer NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager die wesentlichen Erkenntnisse der neuen Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), das Wertschöpfungs- und Arbeitsmarkteffekte der Wertschöpfungskette Agrargüter und Lebensmittel erstmals untersucht hat.

Österreichweit sind es 4340 zusätzliche Arbeitsplätze, wenn um 1,4 Prozent – das entspricht 5 EUR mehr pro Monat und Haushalt –  mehr österreichische Agrarrohstoffe und Lebensmittel gekauft werden und gleichzeitig die Importe sinken.

Lückenlose Eingenversorgung und Arbeitsplätze in der Region

„Der bewusste Konsum regionaler Produkte sichert die unabhängige, lückenlose Eigenversorgung mit Lebensmitteln und Rohstoffen und schafft – unabhängig von Krisenzeiten – viele Jobs in unsere Regionen.“, betont Schmuckenschlager. „Ein zentraler Hebel, um die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln auszuweiten, ist eine klare Herkunftskennzeichnung, der die Konsumenten vertrauen können.“

Daher unterstütze die Landwirtschaftskammer als Partner die Initiative „Das isst Österreich“, um die heimischen Herkunfts- und Qualitätszeichen, wie das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel oder das Qualitätszeichen „Gutes vom Bauernhof“ noch bekannter zu machen.

Unsere Konsumenten sind unsere Partner und haben es mit jedem Griff ins Regal selbst in der Hand, wo ihre Lebensmittel produziert werden“, sagt Schmuckenschlager.

NÖ profitiert überdurchschnittlich durch regionalen Konsum

Niederösterreich

Schon eine kleine Änderung des Einkaufsverhaltens hin zu mehr regionalen Produkten hat große Wirkungen auf die heimische Wertschöpfung und den Arbeitsmarkt. Wenn nur 1,4 Prozent mehr österreichische Produkte kaufen, steigert das die Wertschöpfung in Niederösterreich auf 38 Mio. EUR sowie auf 197 Mio. EUR österreichweit.

In Niederösterreich fallen auch die Arbeitsmarkteffekte aufgrund der hohen Bedeutung des Agrarsektors und der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette besonders stark aus. Das heißt es werden im Vergleich zum Österreich-Durchschnitt von plus 482 Arbeitsplätzen, 770 Arbeitsplätze in Niederösterreich zusätzlich geschaffen (basierend auf Annahme 5 EUR zusätzlich pro Monat/Haushalt für regionale Lebensmittel). Schließlich sind 13 Prozent aller Beschäftigten (91.508 Personen) im Agribusiness, also im agrarischen Kernbereich inklusive vor- und nachgelagerter Bereich mit Handel, tätig.

Woche der Landwirtschaft

Von 27. September bis 4. Oktober werden bei Hofgesprächen in den Bezirken Konsumenten und Multiplikatoren eingeladen, die vielfältigen Leistungen der Bäuerinnen und Bauern kennenzulernen. Zusätzlich informieren in den Kalenderwochen 40 und 41 Seminarbäuerinnen vor Supermärkten bei den „Das isst Österreich“-Aktionstagen darüber, was heimische Qualität ausmacht und geben Tipps, worauf man beim Einkauf achten sollte.

Zum Download der Studie