Landwirtschaftskammerwahlen

Präsidentenwahl: Zweifel an Waldenberger

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 25.11.2021 - 08:07

Vor der Wahl Franz Waldenbergers zum Kammerpräsidenten Oberösterreichs rumort es unter den Bauern. Bauernbund hält an Kandidat fest.

Bauernbund_-Nominierungen-Waldenberger

Anfang Dezember soll Biobauer Franz Waldenberger zum Präsidenten der Landwirtschaftskammer Oberösterreich gewählt werden. Allerdings gibt es inzwischen eine „Aktivgruppe“ an der Basis, die Waldenberger als künftigen Kammerpräsident ablehnt. Auch unter Kammerräten des Bauernbunds soll sich Widerstand regen.

Waldenberger wurde auf Wunsch der jetzigen Agrarlandesrätin und früheren Kammerpräsidentin Michaela Langer-Weninger als Kandidat für das Kammeramt „bestellt“. Doch Mitglieder der „Aktivgruppe“ sehen in Waldenbergers Kandidatur einen „Kuhhandel im Geheimen“, der bei einer Art „Familientreffen“ ausgemacht wurde. „Wir brauchen einen, der sich morgens die Stiefel anzieht und die Interessen der aktiven Bauern vertritt,“ lautet die Kritik. „Wir brauchen eine starke Hand und eine starke Kammer“.

Waldenberger gilt in den Augen der kritischen Bauern indes eher als „Systemverteidiger“. Die Kritiker wünschen sich einen Kammerpräsidenten, der auch dem Lebensmittelhandel die rote Karte zeigen kann und einen Neuanfang weisen. Etliche Mitglieder haben sich mit ihren Bedenken auch an Bauernbund-Direktor Wolfgang Wallner und Landesrätin Langer-Weninger gewandt.

Waldenberger sieht sich als Vertreter aller Bauern

Präsidentenkandidat Franz Waldenberger kennt die kritischen Meinungen. Er führe viele Gespräche, in denen es auch darum gehe, die Bedenken seine Person bzw. seine Betriebsform betreffend, zu diskutieren. 

Ja, es stimmt - Schweine-, Rinder-, Milch-, Ackerbaubetriebe hätten gerne jeweils einen Vertreter aus ihrer Branche in der Position des LK-Präsidenten. Dazu kommt noch die regionale Komponente. Ich kann diese Positionierungen gut verstehen. Mir ist es ein großes Anliegen und Bedürfnis, als Präsident der Landwirtschaftskammer alle landwirtschaftlichen Betriebe in Oberösterreich zu vertreten“, versichert er.

Waldenberger will sich künftig dafür einsetzen, dass sich jeder Betrieb individuell für seine Bedürfnisse entscheiden und entwickeln könne.

Bauernbund hält an Waldenberger fest

Der Bauernbund hält indes an seinem Kandidaten Franz Waldenberger fest und wird ihn Anfang Dezember als Wahlvorschlag zum Kammerpräsidenten einbringen, heißt es dazu auf Nachfrage des Wochenblatts. Diskussionen hat es nach Ansicht von Bauernbund-Direktor Wolfgang Wallner auch bei der Vorgängerin gegeben, die diese Bedenken durch ihre Arbeit sehr rasch in Luft auflösen konnte.

„Genauso wird es auch bei Herrn Waldenberger sein. Es soll auch hier der Grundsatz gelten, dass er an seiner Arbeit gemessen wird, und nicht an der Betriebsform,“ so Wallner. Auf die Bedenken der Basis gehe der Bauernbund „natürlich ein“. Es werde aber auch künftig im Bauernbund keine Bevorzugung gewisser Betriebsformen oder Regionen geben, so Wallner. Der Bauernbund sei für die Gesamtheit der Bäuerinnen und Bauern verantwortlich. Eine agrarische Sparte oder Betriebsform darf laut Wallner nicht vor der Persönlichkeit eines Kandidaten oder einer Kandidatin stehen.

UBV will geheime Wahl

Landesrätin Michaela Langer-Weninger äußert sich auf die Wochenblattanfrage nicht zur Causa Waldenberger.

Der Unabhängige Bauernverband (UBV) will in der Vollversammlung allerdings eine geheime Wahl beantragen. Mindestens 8 BB-Kammerräte müssten dann laut UBV gegen Waldenberger stimmen, falls der UBV-Antrag in der Vollversammlung eine Mehrheit finden sollte.

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