Studie

Positives Zeugnis für Holzenergienutzung

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aiz
am Montag, 01.02.2021 - 16:36

Der Biomasse-Verband sieht durch eine Studie des Joint Research Center der EU die Kritik durch Umweltverbände entkräftet.

Wien - Das "Joint Research Center (JRC)" der Europäischen Union hat eine umfassende Studie zur Holzenergie-Nutzung in der EU veröffentlicht. Diese stellt dem bedeutendsten erneuerbaren Energieträger der EU ein durchwegs positives Zeugnis aus.

Der JRC-Report streicht hervor, dass Bioenergie bis auf wenige Ausnahmen aus Nebenprodukten der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, der Holz verarbeitenden Industrie und der Abfallwirtschaft stammt. Die von der Europäischen Union in Umsetzung befindlichen Nachhaltigkeitskriterien sind demnach ein geeignetes Instrumentarium zur Reduktion negativer Auswirkungen und sollten rasch implementiert werden.

Der JRC-Report kommt zu dem Schluss, dass Bioenergie aus nachhaltig betriebener Forstwirtschaft kein Treiber für Urwaldrodungen, sondern ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung, zum Klimaschutz und zur Kreislaufwirtschaft ist. Und der Einsatz von Biomasse aus nicht nachhaltigen Quellen sollte ausgeschlossen werden, um negative Auswirkungen zu verhindern.

Biomasseverband beruft sich auch Faktenlage

"Es freut uns, dass das Forschungscenter der Europäischen Kommission die positiven Beiträge unseres Sektors zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung, zu Klimaschutz und Versorgungssicherheit so klar dargestellt hat und anerkennt", sagt Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes. Zuletzt wurde die Debatte rund um Bioenergie durch radikale NGO-Kampagnen, die Holzenergie für Urwaldrodungen verantwortlich machen wollen, zunehmend emotionalisiert und unsachlich geführt. "Wir hoffen, dass dieser Report einen wesentlichen Beitrag zur faktenbasierten Debatte zur Energiewende leisten wird. Radikale Kampagnen gegen die Waldnutzung bringen uns nicht weiter und vergiften das Klima", erklärt Titschenbacher.

Österreich als Vorreiter

Österreich sei weltweiter Vorreiter bei der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, bei der Produktion von Bioenergie-Technologien und deren Einsatz. Zwei von drei in Deutschland eingesetzten Biomassekesseln stammen laut Titschenbacher aus österreichischer Produktion. Die installierte Leistung der Bioenergie in Österreich entspreche 39-mal dem AKW Zwentendorf, und der Holzvorrat auf heimischen Waldflächen wachse stetig an. "Bioenergie ist ein Erfolgskonzept und Wirtschaftsmotor, auf den wir auch weiterhin bauen werden", ist der Verbandspräsident überzeugt.

Fakten zur Bioenergie

"Holzenergie ist die bedeutendste erneuerbare Energieform - sowohl in Österreich als auch in der gesamten EU. Durch die Vielfalt der verfügbaren Technologien können aus Holz bedarfsgerecht sowohl Wärme und Kälte als auch Strom und Treibstoff bereitgestellt werden. Effiziente technische Lösungen für Holzenergie gibt es von kleinsten Anlagen im Haushaltsbereich bis zu riesigen Industriesystemen. Und durch die Innovationskraft der Holzenergiebranche kommen laufend neue Anwendungsmöglichkeiten dazu", betont Titschenbacher.

Holzenergie ist gespeicherte Sonnenenergie mit einem geschlossenen Kohlenstoffkreislauf, erklärt der Österreichische Biomasse-Verband. Wird Holz statt Kohle, Erdöl oder Erdgas zur Energieerzeugung genutzt, bleibt die Atmosphäre von zusätzlichen CO2-Mengen verschont. Der Ersatz von fossilen Energieträgern durch die Nutzung von Holzenergie ist einer der wichtigsten Beiträge zum Klimaschutz. Die energetische Holznutzung ist ein integrativer Teil der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, auf der gleichen Waldfläche entstehen Holzsortimente für alle Verwendungsbereiche - vom höchstwertigen Furnier- und Sägerundholz über Industrieholzsortimente bis zu den Scheitholz- und Hackgutmengen als Koppelprodukte, so der Verband.