Zuchtstrategie

Pflanzenzüchtertagung: Stresstoleranz und Bio-Saatgut im Fokus

Österreich
aiz
am Mittwoch, 25.11.2020 - 05:05

Experten sind sich einig: Die Pflanzenzucht muss auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren.

Wien - Die Züchtung auf Widerstandsfähigkeit gegen biotischen und abiotischen Stress sowie die Verbesserung der Sortenvielfalt für den Bioanbau standen im Mittelpunkt der 71. Pflanzenzüchtertagung von Saatgut Austria, die am 23. und 24. November erstmals digital abgehalten wurde.

Ecobreed unterstützt Biolandbau

Rund 130 Züchter und Fachexperten aus 18 Nationen nahmen an der Tagung teil. Vor dem Hintergrund des Klimawandels gewinnt eine höhere Stresstoleranz der Pflanzen etwa gegenüber Hitze und anderen Wetterextremen oder Krankheiten an Bedeutung. In die beiden Projekte Ecobreed und Liveseed für verbesserte Sorten im Biolandbau, die im Rahmen von Horizon 2020 gefördert werden, sind auch österreichische Projektpartner involviert.

Das Projekt Ecobreed soll die Verfügbarkeit von Saatgut und Sorten für die biologische Pflanzenproduktion verbessern. Ziel ist es, Methoden, Strategien und Infrastruktur für eine biologische Pflanzenzüchtung und die Herstellung von hochqualitativem Bio-Saatgut zu verbessern sowie die Züchtung von Sorten mit erhöhter Stressresistenz und Qualität zu fördern. 24 Partnerorganisationen aus 15 Ländern arbeiten am Projekt mit - darunter neben der Saatgut Austria auch die Universität für Bodenkultur Wien (Boku) und die Saatzucht Gleisdorf. Im Fokus stehen die Kulturarten Weizen, Kartoffel, Sojabohne und Buchweizen.

Liveseed will Harmonisierung


Das Projekt Liveseed widmet sich ebenfalls der Förderung von biologischem Saatgut und der Pflanzenzüchtung in Europa. Fördern will man unter anderem eine Harmonisierung der Umsetzung der EU-Verordnung, Datenbanken für biologisches Saatgut in der EU sowie die weitere Verbesserung der Verfügbarkeit, Vielfalt und Qualität von Bio-Saatgut. Die Forschung richtet sich auf Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Getreide sowie Futterpflanzen und berücksichtigt unterschiedliche Anbausysteme. Projektpartner in Österreich ist die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).