Regionale Lebensmittel

Wenn Österreichs Bundesheer regional isst

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 13.10.2020 - 17:16

Mit den höheren Tagessätzen will Österreichs Bundesheer vermehrt regional einkaufen. Die beiden Ministerinnen Tanner und Köstinger sehen Vorteile.

Regionaler Einkauf-Bundesheer

Unter dem Motto „Unser Heer isst regional“ geht das Bundesheer mit positivem Beispiel voran. Österreichs Armee wird bei der Verpflegung der Soldatinnen und Soldaten künftig noch mehr auf regionale Lebensmittel setzen. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger erklären den Vorteil für Bundesheer und die regionale Wertschöpfungskette.

Seit 1. Oktober 2020 hat Bundesverteidigungsministerin Klaudia Tanner das Tageskostgeld für die Verpflegung von Soldatinnen und Soldaten in Kasernen und Dienststellen von 4 auf 5 Euro angehoben. Damit hat das Heer mehr Geld für das Essen der Soldatinnen und Soldaten zur Verfügung und kann die Qualität und Nachhaltigkeit der verwendeten Lebensmittel noch mehr steigern. "Zentral dabei ist die verstärkte Verarbeitung regionaler und saisonaler Produkte in den Küchen des Bundesheeres“, so Tanner.

Gemeinschaftsverpflegung ist wichtiger Hebel

Lebensmittel aus der Region sind frisch, saisonal und schonen die Umwelt durch kürzere Transportwege. Die Bundesregierung will die Bevölkerung nicht nur dazu ermuntern, verstärkt regional und saisonal einzukaufen, sondern geht auch laut Bundesagrarministerium selbst mit gutem Beispiel voran. Ziel der Initiative ist es, dass auch bei der öffentlichen Beschaffung heimische Lebensmittel den Vorzug bekommen.

„Die Gemeinschaftsverpflegung – wie beim Bundesheer – ist ein wichtiger Hebel, um die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln zu stärken. Indem auch andere Großküchen – etwa von Spitälern, Kindergärten oder Schulen – verstärkt mit Produkten von Bäuerinnen und Bauern aus der Region arbeiten, stärken wir die regionale Wertschöpfungskette,“ meint Agrarministerin Elisabeth Köstinger.

7,1 Mio. Portionen verspeist das Heer

Im Bundesheer gibt es knapp 90 Verpflegungseinrichtungen, die Soldatinnen, Soldaten und Zivilbedienstete versorgen. Die Finalisierungsküche Allentsteig verpflegte 2019 rund 53.000 Soldatinnen und Soldaten mit Frühstück, Mittag, Abendessen. Die Truppenküche Hessen-Kaserne in Wels verpflegte 2019 ca. 55.000 Soldatinnen und Soldaten mit Frühstück, Mittag, Abendessen. Die Truppenküche Pontlatz-Kaserne in Wels verpflegte 2019 ca. 33.000 Soldatinnen und Soldaten mit Frühstück, Mittag, Abendessen.

Im Jahr 2018 betrug der Wareneinsatz für die Produktion von ca. 7,1 Mio. Teiltagesportionen (Frühstück, Mittag, Abend) etwa 17,3 Mio. Euro. Mit dem Projekt „Klimateller“ setzt das BMLV zudem ein Zeichen, dass mit bewusster Ernährung ein Beitrag gegen den Klimawandel gleistet werden kann.