Kartoffelanbau

Österreich investiert 2 Mio. € in die Drahtwurmforschung

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 26.02.2021 - 08:04

Österreich will die Drahtwurmforschung anschieben. Das Katastrophenjahr 2018 sitzt den Kartoffelanbauern noch in den Knochen.

Drahtwurm-Schädling

Damit sich das Katastrophenjahr 2018 in Österreich bei Speise-Erdäpfeln nicht wiederholt, stellt der Bund 2 Mio. € für die Forschung gegen den Drahtwurm bereit. Damals betrug der Schaden für die heimische Landwirtschaft mehr als 20 Millionen Euro, weil Knollen massiv durch Drahtwürmer geschädigt waren.

Finanziert werden die Forschungsaktivitäten vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) gemeinsam mit den Bundesländern. Knapp 2 Millionen Euro sind dafür in den nächsten fünf Jahren vorgesehen. Das Projekt wird über die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) abgewickelt. Anita Kamptner, Geschäftsführerin der Interessensgemeinschaft Erdäpfelbau (IGE) sieht die Drahtwurmbekämpfung derzeit als eines der zentralen Themen des Erdäpfelbaus: „In diesem Projekt arbeiten namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Praktikern an Strategien, diesen Schädling an seiner Verbreitung zu hindern. Ziel ist es, für die Erdäpfelbauern und –bäuerinnen brauchbare Werkzeuge für direkte und indirekte Bekämpfung zu erarbeiten und damit das betriebliche Risiko eines Ernteverlustes durch den Drahtwurm zu minimieren.“

In den letzten Jahren sind die Ernteausfälle durch die gefräßigen Larven des Drahtwurms auf den heimischen Ackerflächen jedoch massiv angestiegen, vor allem bei Erdäpfeln, aber auch beim Mais. Vor allem die Trockenheit erhöht den Schaddruck durch die Drahtwürmer.

Mit dem Projekt „Drahtwurm-Control“ sollen möglichst viele Maßnahmen erforscht werden, die zur Bekämpfung des Schädlings beitragen. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass einzelnen chemische oder biologische Mittel und Methoden nur eingeschränkte Wirkung zeigen. Daher stehen Kombinationsmöglichkeiten und praxistaugliche Lösungen im Zentrum der Forschungsarbeit. Der Fokus liegt dabei auf Nachhaltigkeit, Ressourcen- und Umweltschonung sowie Effizienz.

Mit „Drahtwurm-Control“ sollen über längere Versuchszeiträume die Wirkungsweise verschiedener Bekämpfungsmethoden und mögliche Kombinationsmethoden erforscht werden.

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