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Länderkooperation

Österreich und Frankreich kooperieren beim Holzbau

Frankreichs Agrarminister Marc Fesneau (l.) und Österreichs Agrarminister Norbert Totschnig unterzeichnen die Absichtserklärung zum Holzbau.
Josef koch
Josef Koch
am Montag, 07.11.2022 - 15:07

Die beiden Forstminister haben Absichtserklärung am Rande der OECD-Konferenz unterschrieben.

Paris Frankreich und Österreich wollen im Bereich Holzbau künftig besser zusammenarbeiten. Daher haben Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und sein französischer Amtskollege Marc Fesneau vergangenen Woche am Rande der OECD-Konferenz eine Absichtserklärung unterschrieben.

Das sind die Ziele in der Vereinbarung

Die beiden Agrarminister setzen sich darin unter anderem für nachhaltiges Bewirtschaften und multifunktionales Nutzen der Wälder ein, sowie diese an den Klimawandel anzupassen. Ebenso haben sie das Ziel, den Holzbau und der holzbasierten Bioökonomie zu fördern. Ebenso beinhaltet die Erklärung einen besseren Wissentransfer, stärkere Zusammenarbeit in der Aus- und Weiterbildung, sowie Sicherstellen der Verfügbarkeit von nachwachsenden Rohstoffen und die energetische Holznutzung als Beitrag zur Energiewende.

Auch beim Schutz der Wälder vor Bränden und zur Bekämpfung von Waldbränden wollen Frankreich und Österreich stärker kooperieren.

Laut Totschnig ist die Wertschöpfungskette Holz ist für Frankreich ein ebenso wichtiger Wirtschaftsfaktor, wie für Österreich. Unter dem Motto „Mit Holz eine nachhaltige Zukunft bauen“, hat er französische und österreichische Unternehmer in die Österreichische Botschaft in Paris eingeladen.

Beispiele für gemeinsame Projekte

Von der guten Zusammenarbeit der beiden Länder beim Holzbau zeugen bereits nach Ministeriumsangaben gemeinsam realisierte Projekte, wie eine Fußgängerbrücke Passerelle Simone-de Beauvoir in Paris, das Museum Fondation Louis Vuitton in Paris oder der Sensations Wohnkomplex in Straßburg.

Österreich hat einen Waldanteil von 47,9 Prozent und über 4 Mio. Hektar Waldfläche. Pro Jahr wachsen rund 29,2 Mio. Vorratsfestmeter Holz nach. Vom jährlichen Zuwachs werden 89% genutzt. Der Rest verbleibt im Wald und vergrößert stetig den Holzvorrat bzw. die Waldfläche. Die Franzosen haben rund 16,8 Mio. ha Wald, davon sind 15,9 Mio. ha Wirtschaftswald. Sie verfügen über die größte Laubwaldfläche in Europa sowie über den drittgrößten Holzvorrat in Europa, nach Deutschland und Schweden. Der französische Holzvorrat hat in den letzten 30 Jahren um rund 50% zugenommen. Der jährliche Holzzuwachs in Frankreich Metropolitaine beträgt rund 90,8 Mio. m³. Ca. 37,5 Mio. m3 werden pro Jahr geerntet, das sind weniger als die Hälfte des jährlichen Zuwachses.

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